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Blühende Bergwiese

Die Berge in greifbarer Nähe: Städtereisen im Süden Deutschlands

Gemütlicher Einkaufsbummel, Kultur pur oder Stadtleben

Genug vom Wandern, Mountainbiken und Trekking? Für Abwechlsung im Sommerurlaub in den Alpen oder im Schwarzwald sorgt ein Abstecher in eine der Städte der Region. Hier gibt es schöne Altstädte, interessante Museen und viel Kultur zu entdecken - und zwar für die ganze Familie. Wir stellen euch einige der schönsten Städte vor und geben Tipps, welche Sehenswürdigkeiten man bei einem Besuch auf keinen Fall verpassen sollte.

Konstanz: Städteluft und Seewind

Konstanz ist mit seinen 80.000 Einwohnern die größte Stadt am Bodensee und liegt direkt an der Schweizer Grenze. Es verschmilzt nahtlos mit der Schweizer Nachbargemeinde Kreuzlingen. Diesem Umstand hat Konstanz auch seine schöne, intakte Altstadt zu verdanken: Aufgrund der Nähe zur neutralen Schweiz wurde die Stadt im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert. So können Besucher durch die original erhaltene Altstadt aus dem 12. bis 15. Jahrhundert flanieren.

Das Konstanzer Münster mit Bodensee im Hintergrund
Blick vom Münster auf den Bodensee © Internationale Bodensee Tourismus GmbH; Fotograf: Achim Mende

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Konstanz

  • Das Konstanzer Münster: Das Münster ist einer der größten romanischen Bauten in Süddeutschland. Die Kirche wurde im Jahr 1089 geweiht und diente als Kathedrale der Bischöfe von Konstanz. Unter anderem fanden hier die Sitzungen des Konzils von Konstanz im 15. Jahrhundert statt. Heute wird das Münster als katholische Pfarrkirche genutzt. Besonders sehenswert ist die Krypta aus dem 9. Jahrhundert. Einen schönen Blick hat man vom Turm der Kirche, wenn man die 193 Stufen erklommen hat (Eintritt: 2 Euro).
  • Die historische Altstadt: Die Altstadt von Konstanz erstreckt sich auf der linken Rheinseite. Zwischen Münster, Konzilstraße und dem ehemaligen Stadtgraben befindet sich die Niederburg, der älteste Teil der Stadt. In den verwinkelten Gassen finden sich Weinstuben, Handwerksbetriebe und das Dominikanerinnenkloster Zoffingen. Die Altstadt erstreckt sich über rund 5 Hektar und besteht aus fast 600 Einzeldenkmalen – somit ist die Altstadt eines der größten Flächendenkmäler in Baden-Württemberg. Wer bei seinem Bummel durch die Altstadt Interessantes lernen möchte, schließt sich der Stadtführung an, die im Sommer von Montag bis Samstag täglich um 10 Uhr angeboten wird (Treffpunkt: Tourist-Information, Dauer: 2 h, Kosten: 10 Euro pro Person).
  • Der Konstanzer Hafen: Ein Spaziergang entlang des Bodensee-Ufers am Konstanzer Hafen sollte Teil eines jeden Besuchs sein. Sehenswert ist die Imperia, das neue Wahrzeichen von Konstanz. Die neun Meter hohe Figur stellt eine Kurtisane da und soll satirisch an das Konzil von Konstanz erinnern. Am Hafen liegt außerdem das Konzilgebäude, das ursprünglich eine Lagerhalle war. Während des Konzils fand hier jedoch die einzige Papstwahl nördlich der Alpen statt. Fußläufig kann man außerdem das Zeppelindenkmal und den Stadtgarten erreichen.
  • Die Blumeninsel Mainau: Die Insel Mainau liegt im Überlinger See und ist mit dem Auto oder mit dem Schiff von Konstanz aus in gut einer Stunde erreicht. Dank des milden Bodenseeklimas wachsen auf der Insel mediterrane, subtropische und tropische Pflanzen, unter anderem im Staudengarten, im Palmenhaus und in zahlreichen Beeten überall auf der Insel. Sehenswert ist auch das Schloss Mainau und das Schmetterlingshaus. Der Eintritt zur Insel kostet 19,90 Euro, es gibt Kombitickets inklusive Schifffahrt.
  • Das Archäologische Landesmuseum Baden-Württemberg: Das Museum befindet sich in der ehemaligen Benediktinerabtei Petershausen und zeigt die Landesgeschichte mittels achäologischer Funde aus allen Jahrhunderten. So werden Schiffsfunde aus dem Bodensee ebenso gezeigt wie ein Gräberfeld der Kelten oder die älteste Maske aus Südwestdeutschland. Das Museum ist kinderfreundlich gestaltet und so auch für Familien geeignet, so gibt es eine Teilausstellung "Archäologie und Playmobil". Das Museum hat von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 5 Euro.

Unser besonderer Tipp: Tolles rund um die Knolle

Im Restaurant "Tolle Knolle" am Bodanplatz dreht sich alles um die Kartoffel: Bereits seit über 20 Jahren werden in dem roten Gebäude leckere, frisch zubereitete Gerichte serviert. Auf der Speisekarte stehen mit Kartoffelsuppe, Reibekuchen, Tortilla, Ofenkartoffeln, Gratin und Kartoffelpizza alles, was Liebhaber der Knolle begehren.

Rosenheim: Schöne Altstadt in Oberbayern

Rosenheim mit seinen 60.000 Einwohnern liegt in Oberbayern am Zusammenfluss von Mangfall und Inn. Dank dieser günstigen Lage wurde Rosenheim im Mittelalter zum bedeutenden Verkehrsschnittpunkt und Wirtschaftsstandort. Hier wurden Güter aller Art umgeschlagen, die auf dem Inn transportiert wurde. Diese wechselhafte Geschichte der Stadt kann man im Inn-Museum bestaunen. Seinen besonderen Charme entwickelt Rosenheim beim Spaziergang durch die Altstadt mit historischen Marktplatz und den Häusern im Inn-Salzach-Stil.

Der Nepumukbrunnen in Rosenheim
Der Nepumukbrunnen in der Altstadt © Stadt Rosenheim

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Rosenheim

  • Die Altstadt mit Max-Josefs-Platz und Mittertor: Die Altstadt rund um den Max-Josefs-Platz ist seit den 1980er Jahren eine Fußgängerzone und lädt daher zum gemütlichen Bummel ein. Die Häuser, die hier stehen, entstanden nach dem großen Brand im 17. Jahrhundert und sind im Inn-Salzach-Stil mit hoch gezogenen Häuserfronten errichtet. Unweit des Platzes liegt das Mittertor, das einzige erhaltene Stadttor, hier ist außerdem das Städtische Museum untergebracht.
  • Das Inn-Museum: Das Museum widmet sich der Geschichte des Inns, der bereits zur Zeit der Römer als Wasserstraße diente und der Stadt im Mittelalter als Markt Reichtum brachte. Untergebracht ist die Ausstellung im historischen Flussmeister-Bruckbaustadel aus dem 17. Jahrhundert, gezeigt werden unter anderem eine 15 m lange Plätte, das Modell eines Schiffszugs und alte Geräte zur Vermessung. Außerdem gibt es ein Freigelände, das anlässlich der Landesgartenschau 2010 neu gestaltet wurde. Der Eintritt kostet 4 Euro.
  • Der Lokschuppen: In einer alten Lokomotiven-Remise mitten in Rosenheim befindet sich das Ausstellungszentrum Lokschuppen, das zu den erfolgreichsten Häusern dieser Art in Deutschland gehört. Jedes Jahr von März bis November zeigt das Haus eine Ausstellung zu einem anderen Thema. 2017 entführt der Lokschuppen seine Besucher in die Welt der Pharaonen, Themen waren aber auch schon Alexander der Große, die Tiefsee oder Gewürze. Die Ausstellungen sind stets auch für Kinder mit altersgerechten Erklärungen gemacht. Das Museum hat täglich von 9 bis 18 Uhr (am Wochenende ab 10 Uhr) geöffnet, der Eintritt kostet 14,50 Euro.
  • Das Holztechnische Museum: In historischer Kulisse findet man das Holztechnische Museum mitten in der Altstadt: Im Ellmaierhaus aus dem 16. Jahrhundert wird die Entwicklung der Holzbearbeitung gezeigt. Rosenheim nimmt hier eine herausragende Stellung ein: Schließlich gibt es in der Stadt zahlreiche Bildungseinrichtungen für Holztechniker. Besonders schön ist der Aufstieg zum Museum: Er erfolgt über eine sogenannte Himmelsleiter, eine sehr steile Treppe, wie sie früher üblich war. Der Eintritt ins Museum kostet 4 Euro.
  • Die Stadtpfarrkirche St. Nikolaus: Die Kirche mit dem 65 Meter hohen Turm ist das Wahrzeichen von Rosenheim und liegt im Zentrum der Altstadt. Der Innenraum wurde 2006 renoviert und erstrahlt seitdem im neuen Glanz, das liegt auch an den neuen Kirchenfenstern, die im Süden farbenfroh gestaltet sind.

Unser besonderer Tipp: Volksfeststimmung in Rosenheim

Jedes Jahr vom letzten Samstag im August wird 16 Tage lang das Rosenheimer Herbstfest gefeiert. Jährlich finden sich über eine Million Besucher auf die Festwiese ein, um im Festzelt zu feiern und eine Runde mit dem Kettenkarussell oder dem Riesenrad zu fahren.

Kempten: Stadt mit Geschichte

Kempten im Allgäu ist eine der ältesten Städte Deutschlands: Bereits zur Römerzeit siedelten hier am Alpennordrand Menschen. Die Stadt mit ihren 66.000 Einwohner ist besonders architektonisch interessant, da sich hier viele Baustile vereinigen, unter anderem findet man Gebäude aus der Romanik, Gotik, dem Barock, aber auch moderne Architektur wie beim Allgäu Tower mit seiner Glasfassade. Während in der Altstadt enge mittelalterliche Gassen vorherrschen, ist die Neustadt im Barockstil gehalten. Kempten gilt außerdem als die Einkaufsstadt im Allgäu: Zwischen Hildegard- und Residenzplatz und dem Forum Allgäu finden sich zahlreiche Geschäfte.

Der Kemptener Rathausplatz mit Rathaus
Blick auf das Rathaus und den Rathausplatz © Stadt Kempten (Allgäu)

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Kempten

  • Die Burghalde mit Allgäuer Burgmuseum: Auf der Erhebung im Stadtzentrum stand einst die Burg der Kemptner Stadtherren, heute ist hier ein Naherholungsgebiet mit Blick auf das Bergpanorama und die Stadt. Im renovierten Wärterhaus ist das Allgäuer Burgenmuseum untergebracht, in dem die Besucher die Geschichte der Burgen im Allgäu in den vergangenen 1000 Jahren nacherleben können, so wird unter anderem gezeigt, wie auf den Burgen gewohnt wurde. Der Eintritt kostet 2 Euro. Neben dem Museum ist außerdem ein Duft- und Heilkräutergarten angelegt.
  • Die Fürstäbtliche Residenz: Die Residenz wurde zum großen Teil im 13. Jahrhundert erbaut und war zugleich Fürstensitz und Kloster, heute ist hier das Amts- und Landgericht untergebracht. Eine Besichtigung der Prunkräume der Residenz gehören zum Pflichtprogramm eines Kemptenbesuchs. Die Stuck- und Malereiarbeiten im Stil des Barock und Rokoko in den fürstäbtlichen Räumen sind beeindruckend, Höhepunkt ist der Thronsaal. Der Eintritt mit Führung kostet 3.50 Euro.
  • Das Kemptener Rathaus: Das Rathaus im Kempten wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Das denkmalgeschützte Gebäude ist noch heute Sitz des Oberbürgermeisters und des Stadtrats. Sehenswert ist die Fassade mit Fresken und Figuren. Vor dem Rathaus steht der Marktplatzbrunnen aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Alpenländische Galerie und das Alpinmuseum: Im ehemaligen Marsstall in der Kemptener Fürstabte sind die beiden Museen untergebracht. Während in der Galerie Kunstwerke aus dem 14. bis 16. Jahrhundert präsentiert werden, zeigt das Alpinmuseum die Geschichte der Alpen als Lebensraum und ist damit das größte alpingeschichtliche Museum in Europa. Neben einer Skisammlung aus allen Epochen werden unter anderem die Gefahren der Bergwelt und die wissenschaftliche Erforschung der Alpen thematisiert.
  • Die Reste der römischen Stadt Cambodunum: Im Archäologischen Park Cambodunum kann man die ausgegrabenen Überreste der römischen Siedlung bewundern, die einst eine der bedeutendsten Römerstädte war. Hier kann man unter anderem auf den Grundmauern einer Basilika spazieren und die Überreste der Kleinen Thermen bestaunen. Der Eintritt kostet 4 Euro.

Unser besonderer Tipp: Pause bei Kaffee und Kuchen

Eine Pause vom Stadtbummel macht man am besten in der Sissi Zuckerbäckerei & Café am Rathausplatz. Hier gibt es Kaffeespezialitäten, Mehlspeisen, Kuchen und Torten, aber auch einige herzhafte Snacks. Besonders ist die Einrichtung des Cafés – alle Pinkliebhaber werden sich wohlfühlen!

Freiburg: Die Universitätsstadt entdecken

Freiburg im Breisgau ist mit seinen 220.000 Einwohnern die südlichste Großstadt Deutschlands. Die Stadt an der Dreisam gilt zudem als eine der wärmsten deutschen Städte und besticht durch seine schöne Altstadt mit dem Münster und den berühmten Bächle, kleinen Wasserläufen. Der Legende nach wird derjenige, der in eines der Bächle tritt, einen Freiburger oder eine Freiburgerin heiraten. Freiburg ist zudem eine klassische Universitätsstadt, viele junge Menschen leben dort zum Studieren an der 550 Jahre alten Universität.

Das Schwabentor in Freiburg bei Dämmerung
Das Schwabentor in Freiburg © FWTM/Schoenen

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Freiburg

  • Das Freiburger Münster: Das Münster in Freiburg ist im gotischen Stil erbaut und der 116 Meter hohe Turm ist ein Wahrzeichen der Stadt. Von oben hat man einen tollen Blick über die Stadt, der Aufstieg lohnt sich trotz zahlreicher Stufen. Im Innern der Kirche kann man unter anderem zwei bedeutende Altäre, ein monumentales Kreuz aus dem 13. Jahrhundert und die bunten Glasfenster, die noch original erhalten sind, besichtigen. Täglich um 14 Uhr gibt es eine offene Führung durch das Münster (5 Euro pro Person).
  • Der Münsterplatz mit Historischem Kaufhaus: Der Münsterplatz umgibt das Freiburger Münster, an ihn grenzen mehrere historische Gebäude. Das bekannteste ist das Historische Kaufhaus mit seiner roten Fassade. Erbaut wurde das Kaufhaus im 16. Jahrhundert, im Laufe der Zeit wurde es immer wieder umgebaut und renoviert. Im Inneren ist besonders der Kaisersaal mit seiner bemalten Stuckdecke sehenswert. Ebenfalls am Münsterplatz steht das Wentzingerhaus aus dem Spätbarock und das Kornhaus aus dem 16. Jahrhundert.
  • Die Stadttore von Freiburg: Zwei mittelalterliche Stadttore sind erhalten geblieben: Das älteste ist das Martinstor in der Kaiser-Joseph-Straße, das Schwabentor ist rund 50 Jahre später entstanden. Im Schwabentor befindet sich heute die Zinnfigurenklause, in der rund 9.000 handbemalte Zinnfiguren ausgestellt sind.
  • Das Augustinermuseum: Kunst vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert zeigt das Augustinermuseum in der ehemaligen Klosterkirche. Allein das umgebaute Gebäude ist einen Besuch wert, aber auch die Dauer- und Sonderausstellungen sind beeindruckend. Gezeigt werden unter anderem Kunstwerke aus dem Freiburger Münsterschatz, mittelalterliche Tafelmalereien und Glaskunst. Der Eintritt kostet 7 Euro.
  • Das Archäologische Museum Colombischlössle: Untergebracht im 1861 erbauten Colombischlössle nimmt das Archäologische Museum seine Besucher mit auf eine Reise durch die Jahrtausende. Gezeigt werden Schätze aus Keltengräbern ebenso wie Funde aus der Römerzeit oder dem Frühmittelalter. Dank interaktiven Stationen ist die Ausstellung auch für Kinder und Familien interessant. Der Eintritt ins Museum beträgt 4 Euro.

Unser besonderer Tipp: Speisen in historischem Ambiente

Das Gasthaus "Zum roten Bären" in der Nähe des Schwabentores ist eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands. Die Liste der Wirte lässt sich bis ins Jahr 1311 zurückverfolgen, die Fundamente des Gebäudes bestanden schon vor der Freiburger Stadtgründung. Heute wird hier eine leichte, badische Küche serviert.