Team Radland Tirol - Aushängeschild des Tiroler Radsports
Radland Tirol fördert seine Talente und vermittelt Teamwork
Weil man in Tirol viel auf das Radfahren hält, gibt es seit ein paar Jahren ein Rennrad-Profiteam. Und zwar eines, das Tirols Radbegeisterung mit Herz in die ganze Welt hinausträgt.
Das Team Radland Tirol besteht nunmehr seit drei Jahren und ist in dieser kurzen Zeit zum Aushängeschild Tirols in punkto Rennradsport geworden. Heute zählt es 19 Fahrer, davon 17 aus der Kategorie "U23" und damit ist es das jüngste Team weit und breit. Fahrer wie Stefan Mair aus Axams oder der Kärntner Marco Haller sind die großen Hoffnungen, den Sprung in die nächste Kategroie zu schaffen. Das erfolgreichste Teammitglied, die 19-jährige Jacqueline Hahn, fährt mittlerweile sogar schon für ein norwegisches Profi-Damen-Team. In dieser Saison steht ein wichtiges Rennen für das flinke Team auf dem Programm: bei der Österreich Rundfahrt vom 4. bis 10. Juli ist die Mannschaft auch am Start.
Die Welt ist ihre Bühne
Das Team hat soeben zwei intensive Trainingswochen auf Mallorca absolviert und das neue Material getestet. Dieses Mal war auch Teamarzt Dr. Sebastian Kohl dabei, der mit Hilfe der Herzratenvariabilität die Regenerationsfähigkeit der Athleten misst und per Laktattest die Leistungsfähigkeit kontrolliert. Thomas Pupp war selbst eine Woche mit dem Team auf der Baleareninsel und ist beeindruckt, von der Stärke und dem Willen der jungen Mannschaft. In diesen zwei Wochen hat das Tiroler Team im gleichen Hotel gewohnt wie das renommierte Team Columbia. Der Auftritt der Tiroler war um nichts weniger professionell, erzählt Pupp, denn "auch wir komplett durchgestylt, von den Schuhen bis zum Helm und das schaut einfach gut aus!" Denn wo immer das Team auftaucht, es zieht alle Blicke auf sich. So war es auch, als das Team im November 2009 zur Tour de Seoul nach Korea reiste. Dort standen die Tiroler Radler zum einen wegen ihrer Erfolge im Rampenlicht: Stefan Kirchmair erreichte Platz 4, Harald Totschnig Platz 5. Zum anderen hinterließ das Tiroler Team wegen seines professionellen Auftrittes einen starken Eindruck.
Einer für alle - alle für einen
In einem so ambitionierten Radland, wie Tirol eines ist, gibt es natürlich eine Menge Talente, die gefördert werden sollten. Das nimmt man am besten gleich selbst in die Hand: Georg Totschnig, Ex-Radprofi aus dem Zillertal und Gewinner einer Etappe der Tour de France 2005, und Thomas Pupp, selbst passionierter Rennradfahrer, gründeten im Sommer 2007 das Team Radland Tirol. Ihr erklärtes Ziel war und ist es, den vielen Tiroler Talenten im Rennradsport ein professionelles Umfeld zu bieten und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und zu begleiten. "In Tirol hat es immer schon große Talente gegeben, aber eben keine Strukturen", bringt Pupp die Unverzichtbarkeit eines Radteams auf den Punkt. Mit dem Team Radland Tirol sind diese Strukturen geschaffen. Das Rennradteam hat mit dem Land Tirol, dem Kaufhaus Tyrol und der Tirol Werbung außerdem drei Sponsoren, die ein längerfristiges Bestehen des Teams sichern und die Bereitschaft zeigen, große Pläne zu realisieren. In der täglichen Verwirklichung braucht es "eine Hand voll Radsportverrückter, die engagiert mitarbeiten - sonst wäre die ganze Sache nicht möglich". Diese "Radsportverrückten" organisieren und planen Trainings und Rennen und kümmern sich um die Teilnahmeberechtigung an Wettkämpfen in allen Herren Länder. Natürlich braucht es auch in Hintergrund "gute Seelen, die sich um einen reibungslosen Ablauf kümmern" Dazu, so Pupp "gehört auch der 70-jährige Gottfried Eder, der das Material mit dem Auto in die Trainingscamps nach Andalusien oder Mallorca bringt. "Gottfried setzt sich hier in Tirol ans Steuer und fährt mit dem ganzen Zeug los. Dann interessiert ihn nichts anderes mehr! Und wenn dann die Fahrer im Trainingslager ankommen, ist alles schon startklar".
Rennradfahren ist Teamwork
Laut Thomas Pupp ist das Team und das Gespür für Gemeinschaft das wichtigste, das den jungen Fahrern vermittelt werden muss: "Beim Rennradsport geht es nur um Teamspirit. Das schaut vielleicht auf den ersten Blick nicht so aus, aber Einzelinteressen haben in diesem Sport keinen Platz." Sonst, erzählt Pupp, trainieren die Fahrer "grosso modo" alleine. Bei einem Rennen ist die Situation eine ganz andere. "Man muss den jungen Fahrern immer wieder vermitteln, dass die Leistung, die sie bringen, zu 100 % gut ist. Das ist besonders dann wichtig, wenn einer über 100 km für einen anderen Fahrer beinhart arbeitet und sich dann in der Liste auf Platz 120 wiederfindet", weiß der erfahrene Betreuer des Teams.
So darf man denn gespannt sein, wie sich das Team Radland Tirol in dieser und in den kommenden Saisonen weiterentwickelt. Die Richtung dürfte schon klar sein: nach vorne.




