Navigation überspringen (direkt zum Inhalt)
Blühende Bergwiese

Kaiserlift, das Tor zum Kaisergebirge

Mit einem der ältesten Lifte Tirols hoch zum Naturschutzgebiet Kaisergebirge

Heute treffen wir uns um 9 Uhr zu einer geführten Wanderung im Kaisergebirge. Darauf freuen wir uns schon die ganze Zeit, denn wir laufen bei einer Themenwanderung mit. Treffpunkt ist der Eingang zum Kaiserlift. Als wir ankommen werden wir von unserem Guide Gabi Markl begrüßt. Sie erzählt uns und zwei weiteren Mitstreiterinnen, wie das Programm für heute aussehen wird. 

Fahrt mit dem Kaiserlift zum Naturschutzgebiet Kaisergebirge
Mit dem Kaiserlift geht es ins Naturschutzgebiet © Schneemenschen GmbH

Nostalgisch geht es nach oben

Zuerst fahren wir mit dem Kaiserlift zum Hochplateau vom Brentenjoch. Der Lift ist ein Einer-Sessellift und gehört zu den ältesten in Tirol. 1971 nahm er seinen Betrieb auf. Später lief der Lift nur noch im Sommer und 2012 wurde der Betrieb vorerst ganz eingestellt. Da dieser Sessellift die einzige künstliche Einstiegshilfe in das Naturschutzgebiet ist, hat man sich 2014 dazu entschieden ihn zu sanieren und seit 2015 ist er für Wanderer im Sommer in Betrieb. Das Gute daran ist, dass so auch weniger sportliche Menschen die Chance haben, das Naturschutzgebiet auf über 1.000 m Höhe zu erkunden.

Aussicht während der Fahrt mit dem Kaiserlift zum Brentenjoch
Aussicht während der Fahrt mit dem Kaiserlift © Schneemenschen GmbH 

Nacheinander steigen wir in unsere Sessel, schließen die Bügel und rattern leise Richtung Gipfel. Der Lift ist in zwei Teilstrecken aufgeteilt. Der erste Teil geht bis zur Mittelstation an der Duxer Alm auf 896 m, dort muss man umsteigen in den zweiten Teil, der die Besucher bis zur Bergstation am Brentenjoch auf 1.256 m bringt. Die gesamte Fahrt mit Umsteigen dauert rund 30 Minuten. Genügend Zeit, sich schon auf die Natur einzustimmen. Der Ausblick von dem Lift aus ist wirklich bombastisch und da man alleine unterwegs ist, wird man auch von nichts abgelenkt. Für uns ist alleine die Liftfahrt schon ein Vergnügen. 

Damit es unterwegs garantiert nicht langweilig wird, stehen an allen Seilbahnstützen schöne und lustige Sprüche. Einer zum Beispiel lautet: “Wenn der Kaiserlift mit dir fertig ist, bist du näher am Himmel”. Mit all den Eindrücken ist die Fahrt wie im Fluge vorüber. Wir fühlen uns in eine andere Welt versetzt: Der Ausblick, das Panorama, die Natur, all das ist wirklich wunderschön.

Ausblick in Richtung Inntal
Ausblick Richtung Inntal © Schneemenschen GmbH

Erlebnis Kaisergebirge: ein wahres Paradies

Gabi erklärt uns zuerst was wir alles sehen: Welche Berge und Almen? Wo verlaufen die Wanderwege? Dann beantwortet sie Fragen zu allem,  was wir wissen möchten. Zum Naturschutzgebiet Kaisergebirge, das seit 50 Jahren besteht, gehören rund 92 km² Natur. Alle Gipfel des Wilden und Zahmen Kaisers zählen dazu. Es erstreckt sich zwischen Kufstein und St. Johann in Tirol von 480 m bis hoch auf 2.344 m. Hier oben ist die Natur noch unberührt und Almbetriebe, sowie die Tier- und Pflanzenwelt leben schon seit Hunderten von Jahren im Einklang miteinander. Deshalb gibt es hier eine ganz eigene Flora und Fauna zu entdecken. Man findet hier den Zugang zu über 1000 km Wanderwege.

Lernen in der Natur

Nun geht’s los, von der Bergstation führt Gabi unsere fünf Mann oder besser gesagt Frau starke Gruppe über das Hochplateau. Gabi ist autorisierte Bergwanderführerin, Naturführerin, Moorführerin, Naturpädagogin, Waldorfkindergärtnerin, Auratechnik- und Energetikerin und hat das Kräuterdiplom nach Ignatz Schlifni. Wir können ihr also fast jede Frage stellen, Gabi hat eine Antwort parat. Das macht die Wanderung noch interessanter. Normalerweise sind die geführten Touren des “Naturerlebnis Kaisergebirges”, die immer kostenlos sind, einem bestimmten Thema gewidmet. Für uns macht Gabi eine Ausnahme und wir machen eine Mischung aus verschiedenen Themen. 

Blick vom Brentenjoch Richtung Kaisergebirge
Blick Richtung Kaisergebirge © Schneemenschen GmbH

Auf Spurensuche

Immer wieder bleibt sie stehen und stellt uns Fragen, sodass wir nicht alles nur “vorgeleiert” bekommen, sondern auch selbst ein wenig mitdenken müssen und dürfen. Dabei geht es zum Beispiel um die Tiere und ihre Losungen -  also ihren Kot. Ein Thema der Wanderungen heißt nämlich “Auf der Pirsch mit einer Jägerin” und zu diesem Themenkomplex gehört auch das Vermitteln von Spurensuche. Und was eignet sich außer Pfotenabdrücke besser zur Spurensuche als der Kot der Tiere? Daran erkennt man welches Tier vorbeigekommen ist, ob es gesund ist, ob es Fleisch- oder Pflanzenfresser ist …

Auf der Themenwanderung dürfen wir Felle und Losung dem passenden Tier zuordnen
Welches Fell gehört zu wem? © Schneemenschen GmbH

Nach einiger Zeit kommen wir an eine kleinen Wiese neben einer Hütte. Diese teilen sich verschiedene Bauern, die hier oben ihr Vieh weiden lassen. Gabi öffnet ihren Rucksack und holt viele Kästchen und Blätter hervor. Wir sind gespannt was nun kommt. Darin befinden sich getrocknete Losungen, Hörner und Geweihe, Fellstücke, Gipsstempel, die Pfotenabdrücke verschiedener Tiere darstellen, und Karten mit Bildern von verschiedenen Tieren. Und dann sind wir gefragt: Welches Fell und welche Losung gehört zu welchem Tier, wie sehen deren Fußabdrücke aus, was erkennt man an einem Geweih. Das lustige Raten beginnt und wir schlagen uns gar nicht so schlecht. Zu viert sind wir echt gut. 

Nach dieser kleinen, aber lehrreichen Pause geht’s weiter über den Schneerosenweg “abi” zur Mittelstation. Der Wanderweg ist wirklich schön, immer wieder passieren wir einen kleinen Gebirgsbach über Holzbrücken, schlängeln uns über eine Serpentine Richtung Tal und erfahren dabei viel über die Arbeit von Gabi und ihren zehn Wanderführer-Kollegen. Alle haben eine ähnlich lange Vita wie sie. Man merkt, das alle viel Herzblut in die Sache stecken. Die Gruppe arbeitet auch oft mit Kindern, um diesen die Natur wieder etwas näher zu bringen. 

Pflanzenkunde im Rahmen unserer Themenwanderung

Unterwegs zeigt uns Gabi Pflanzen, die man als Heilpflanzen nutzen kann, wie Johanniskraut. Daraus kann man ein tolles Öl machen, mit dem man z.B. Verbrennungen behandeln kann. Mit wildem Majoran kann man sich abklopfen. Das hilft bei Atemwegserkrankungen und um Löcher in der Aura zu schließen. Die Samen der Brennessel, das sind die kleinen Perlchen, die sich oben an den Pflanzen befinden, kann man super essen, sie helfen beim Entwässern.

Blumenwiese auf der auch Wiesen-Margeriten wachsen
Auch die Wiesen-Margerite gehört zu den Heilpflanzen  © Schneemenschen GmbH

Natürlich pflücken wir uns gleiche welche und probieren sie. Und sie schmecken gar nicht mal so schlecht. Wir sind wirklich beeindruckt von dem großen Wissensschatz auf den Gabi zugreifen kann. Sie ermahnt uns aber auch immer wieder, von den Pflanzen nur so viel zu nehmen, wie man wirklich braucht, denn um die Arten nicht auszurotten darf natürlich auch kein “Raubbau” passieren. 

Ein Stück weiter kommen wir an einem Ameisenhügel vorbei. Und auch hier gibt es wieder einiges zu entdecken. Die Haufen zeigen zum Beispiel immer nach Süden. Das erkennt man auch daran, dass die Bäume drumherum alle auf der anderen Seite im Schatten mit Moosen bewachsen sind. Gabi kann natürlich noch mit vielen weiteren Fakten zu Ameisen aufwarten. So vergeht die Zeit wie im Fluge und an jeder Ecke hören oder sehen wir wieder etwas Neues. Ein bisschen fühlen wir uns in unsere Kindheit zurückversetzt. Kleine Abenteurer, die durch den Wald ziehen und immer wieder neue interessante Sachen finden.

Einkehr in der Duxer Alm

Vier Stunden später kommen wir an der Mittelstation an. Direkt daneben ist die bewirtschaftete Duxer Alm. Wir setzen uns auf die Terrasse und bestellen uns erst mal ein kühles Getränk, denn die Sonne scheint hier oben recht stark. Der Wirt ist ein lustiger Kerl, der mit allen Gästen seine Späße treibt. Wir erfahren, dass er früher Banker war, seinen Beruf aber aufgegeben hat, um die Duxer Alm zu bewirtschaften. Wir finden das sehr mutig, aber auch gut, denn Günther passt hier super rein, als ernsten Banker können wir uns den lustigen Wirt nun wahrlich nicht vorstellen.

Blick auf die Einzelsessel während der Fahrt mit dem Kaiserlift nach unten
Mit dem Kaiserlift zurück ins Tal © Schneemenschen GmbH

Nach der kurzen Rast geht es mit dem Kaiserlift wieder nach unten. Die Aussicht ist einfach toll und die 15 Minuten alleine auf dem Einer-Sessellift sind wirklich perfekt um die letzten Stunden Revue passieren zu lassen und alles abzuspeichern. Das war ein toller Tag und unsere Gruppe war super. Wenn wir wieder in der Nähe sind, sind wir definitiv wieder dabei. Die Wanderung hat uns ein Stück näher zur Natur zurück und damit auch zu uns gebracht. Wir denken jetzt zuerst darüber nach, ob wir die kleine Blume am Wegesrand wirklich so nebenbei einfach pflücken müssen. Schließlich wissen wir doch, dass wir sie nur drei Meter weiter wieder weg werfen würden. Wir sind wieder ein bisschen achtsamer geworden und gehen mit offeneren Augen durch die Welt.

Fakten: Naturerlebnis Kaisergebirge

Von Mai bis Oktober wird jeden zweiten Tag eine geführte Themenwanderung angeboten, diese sind alle kostenlos. Es gibt 17 verschiedene Themen und Kategorien: Familienwanderungen, die an die Bedürfnisse von Kindern angepasst sind, Morgenwanderungen, die immer um 9 Uhr starten und Mittagswanderungen ab 13 Uhr.  Die Themen handeln vom Frühling, dem Forst, den Sinnen, Tiere und Insekten, Pflanzen allgemein oder im Speziellen wie Orchideen und Bäume, Geocaching, Spuren und vielem mehr. Da ist für jeden was dabei. 

Zusätzlich gibt es auch Wanderungen zu den fünf chinesischen Elementen und “Wandern und Qi Gong”. Einmal im Monat, immer am 6., gibt es besondere Wanderungen in der Früh. Der Lift fährt dann ab 6 Uhr und um 7 Uhr beginnt die Themenwanderung. Dabei geht es zu verschiedenen Almen zum Frühstück. Wer schon immer mal Yoga am Berg machen wollte, hat an diesen Tagen dazu die Möglichkeit, denn um 7 Uhr wird auch eine Stunde Sonnenaufgangsyoga am Berg auf dem Hochplateau angeboten.

Für alle Wanderungen sollte man sich vorher beim Tourismusverband Kufsteinerland anmelden. 

Weitere Infos

Wollt ihr mehr über die x-challenge im Kufsteinerland erfahren oder sogar selbst an einer unserer Challenges teilnehmen, dann findet ihr hier alle Infos:

x-challenge im Kufsteinerland

Blick auf die Festung Kufstein

Festung Kufstein

Wir haben uns die Perle Tirols für euch angesehen.

Riedel - The Wine Glass Company

Zu Besuch bei Riedel

The Wine Glass Company in Kufstein.

Raritätenzoo Ebbs

Raritätenzoo Ebbs

Zu Besuch bei Kufsteins Exoten.