Wer in den Alpen wandert, mountainbiket oder campt, sollte sich nicht nur auf wechselhaftes Wetter einstellen. Auch Zecken und Mücken gehören in vielen Regionen zum Sommer dazu. Während Mückenstiche meist harmlos sind, können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen. Mit der richtigen Kleidung, geeigneten Insektenschutzmitteln und einer kurzen Kontrolle nach jeder Tour lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren.
Zecken gehören zu den Spinnentieren und warten in Gräsern oder niedrigem Gebüsch auf vorbeistreifende Wirte.
Zecken brauchen andere Lebewesen wie die Menschen, um sich zu ernähren und zu überleben. Daher werden sie auch Schmarotzer oder Parasiten genannt. Werden wir von einer Zecke gebissen, bemerken wir den Stich meist nicht. Das liegt daran, dass dieser Parasit mit dem Stich ein Betäubungsmittel in unseren Körper abgibt. Damit kann das Tier seinen Stachel unbemerkt in der Haut verhaken.
Außerdem bildet die Zecke fünf bis 30 Minuten nach dem Stich den sogenannten Zement. Ein Klebstoff, der die Milbe neben dem widerhakenähnlichen Stachel praktisch am Wirt festklebt. Daher ist es oft so schwierig, eine Zecke zu entfernen. Zecken können bis zu 1,50 Meter hoch klettern und orientieren sich mit dem sogenannten Hallerschen Organ und ihren Testhaaren in der Umwelt. Damit erkennen sie den Geruch und die Körperwärme des Menschen. Anders als häufig angenommen lassen Zecken sich nicht von Bäumen fallen und können auch nicht springen.
Die häufigsten Krankheiten, die von Zecken übertragen werden sind:
Nicht jede Zecke trägt Krankheitserreger. Dennoch sollte jeder Zeckenstich beobachtet werden.
Mehr dazu im Artikel Behandlung von Zeckenbiss und Mückenstich.
Auch Mücken sind vor allem in den Sommermonaten aktiv. Besonders viele Tiere treten in der Nähe von Seen, Flüssen und Feuchtgebieten auf. Die meisten heimischen Mücken verursachen lediglich juckende Stiche. Dennoch können sie den Aufenthalt im Freien erheblich beeinträchtigen. Das Insekt besitzt kein Betäubungsmittel, weshalb wir den Stich öfter bemerken.
Meist aber erst dann, wenn es schon zu spät ist. Wie die Zecke saugt auch die Stechmücke Blut. Dies geschieht durch ihren stech-saugenden Rüssel, durch den sie auch auf die Körperwärme und das Blut des Opfers aufmerksam wird. In einigen Regionen Europas breiten sich zudem invasive Arten wie die Asiatische Tigermücke aus. Sie spielt in den Alpen bislang nur lokal eine Rolle, wird aber zunehmend beobachtet.
Weltweit gibt es rund 3.500 unterschiedliche Stechmückenarten, von denen über 100 in Europa zu Hause sind. Einige Arten sind für den Menschen lebensbedrohlich. Vor allem in den südlichen Ländern wie denen auf dem afrikanischen Kontinent leben Stechmücken, die Infektionskrankheiten wie Malaria übertragen können. Heutzutage kommt es auch viel öfter als früher vor, dass Menschen auf die Stiche allergisch reagieren.
Ein wirksamer Schutz besteht aus mehreren Maßnahmen:
Geeignete Kleidung
Repellents können Zecken und Mücken fernhalten. Besonders bewährt haben sich Wirkstoffe wie DEET oder Icaridin. Wichtig ist, die Hinweise zur Schutzdauer zu beachten und das Mittel regelmäßig nachzutragen.
Welches Mittel sich für Wanderungen eignet, erfahrt ihr im Artikel Insektenschutzmittel.
Verhalten unterwegs
Nach der Wanderung
Nach jeder Tour sollte der gesamte Körper sorgfältig abgesucht werden. Besonders häufig sitzen Zecken in Kniekehlen, Achselhöhlen, der Leistengegend, am Haaransatz oder hinter den Ohren.
Je früher eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Übertragung bestimmter Krankheitserreger.
Ein Mückenstich kann meist gekühlt und mit juckreizstillenden Mitteln behandelt werden.
Nach einem Zeckenstich sollte die Zecke möglichst zeitnah mit einer Zeckenkarte oder Zeckenzange entfernt werden. Anschließend empfiehlt es sich, die Einstichstelle einige Wochen zu beobachten. Bildet sich eine ringförmige Rötung oder treten grippeähnliche Beschwerden auf, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Im Artikel Behandlung von Zecken- und Mückenstichen findet ihr weitere Informationen rund um die Stichbehandlung.
FSME wird durch Zecken übertragen, die mit dem FSME-Virus infiziert sind. Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen, in einem späteren Krankheitsstadium auch Sprach- und Atemstörungen sowie Lähmungen. Ein Schutz wird durch eine Impfung gewährleistet.
Borreliose wird durch ein Darmbakterium der Zecke auf den Menschen übertragen. Ein roter Kreis um den Stich ist ein Indiz. Aber auch Krankheitssymptome wie Kopf-, Hals- und Gelenkschmerzen, sowie Haarausfall und Desorientiertheit deuten auf einen Krankheitsbefall hin. Bei frühzeitiger Diagnose kann die Borreliose mit Antibiotika behandelt werden.
Ehrlichiose wird ebenfalls durch den Holzbock übertragen und löst direkt nach der Infektion Symptome wie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen aus. Außerdem können Leberbeschwerden, Husten und Hautausschlag auf eine Übertragung hindeuten. Mit Antibiotika kann die Ehrlichiose bei rechtzeitigem Erkennen behandelt werden.
Dengue-Fieber kann durch einen Mückenstich übertragen werden. Innerhalb von 14 Tagen plagen den Erkrankten sehr hohes Fieber mit Schüttelfrost, Hautausschlag, Kopf-, Glieder-, Hals- und Gelenkschmerzen. Husten und Schnupfen sind ebenfalls gängige Symptome. Behandlungsmöglichkeiten gibt es nicht, das Fieber sinkt in aller Regel von alleine.
Chikungunya-Fieber weist ähnliche Symptome wie das Dengue-Fieber auf und übertragt sich durch Mückenstiche auf den Menschen. Innerhalb der ersten 12 Tage nach der Infektion treten diese Symptome auf. Es gibt keine direkte Behandlungsmöglichkeit, außer schmerzstillende Medikamente gegen die auftretenden Beschwerden. Normalerweise regeneriert sich der Körper von selbst.
West-Nil-Fieber ist eine Fieberart, die auch von Stechmücken übertragen wird. In aller Regel verläuft die Krankheit nicht allzu schwerwiegend. Allgemeine Grippesymptome wie Husten, Schnupfen, Kopf- und Gelenkbeschwerden sind typisch. In den meisten Fällen heilt die Krankheit ohne Therapie ab. Es gibt keine Impfung oder spezielle Medikamente gegen das Fieber.