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Klettersteige

Auf Eisenwegen unterwegs

Klettersteige erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, denn sie machen Gebirgsabschnitte zugänglich, die sonst nur von Kletterern erreicht werden können. Mit Hilfe von Seilen, Tritten und Leitern werden Hindernisse überwunden und Gipfel erreicht. Wir informieren über die wichtigsten Fakten rund um das Thema Klettersteig wie Ausrüstung und Sicherheit und präsentieren Klettersteige für jede Gelegenheit - vom Einsteiger über Familien bis zum Profi.

Kletterer auf dem Laeng-Lehner-Klettersteig im Ötztal
Laeng-Lehner-Klettersteig © Ötztal Tourismus

Was ist ein Klettersteig?

Als Klettersteig bezeichnet man einen Kletterweg, der mit Leitern, Klammern, Seilen und Stiften gesichert ist. Kennzeichnend ist, dass die Wege für Nicht-Kletterer zugänglich sind und die Eisen sowohl zur Sicherung, als auch zur Fortbewegung im Fels als Griffe und Tritte verwendet werden. Dabei sind die Übergänge vom Wandern zum Klettersteigen und zum Klettern fließend und lassen sich nicht immer genau trennen.

Der erste Klettersteig wurde Mitte des 19. Jahrhunderts am Dachstein errichtet, danach folgten Steige am Großglockner, der Zugspitze und in den Pyrenäen. Einen Schub erhielt die Errichtung von Klettersteigen durch den 1. Weltkrieg, da ein Teil der Frontlinie im Gebirge verlief. Um sichere Wege für den Nachschub und Patrouillen zu schaffen, wurden Klettersteige in den Fels gehauen.

Oft wird statt Klettersteig auch der italienische Begriff "Via Ferrata" verwendet, was übersetzt Eisenweg bedeutet.

Welche Ausrüstung wird benötigt?

Die Ausrüstung, die man zur Begehung eines Klettersteigs braucht, ist abhängig von dessen Lage und Schwierigkeitsgrad. Zur Standard-Ausrüstung gehören ein Klettergurt, ein Bergsteigerhelm, ein Klettersteigset mit UIAA-Norm und Klettersteighandschuhe.

Ein Klettersteigset besteht aus einer Seilbremse, die mit Hilfe einer Bandschlinge am Gurt befestigt wird, zwei Klettersteigkarabinern und einem Seilstück zum Abfedern des Sturzes. Standard ist heutzutage das sogenannte Y-System, mit dem man nie ungesichert im Klettersteig unterwegs ist.

Ist der Klettersteig besonders schwierig, kann die Benutzung von Kletterschuhen sinnvoll sein, je nach Lage braucht man außerdem eine alpine Ausrüstung.

Wie unterscheidet man Klettersteige?

Klettersteige lassen sich je nach Schwierigkeit in verschiedene Klassen einordnen. Üblich ist eine Einteilung von A bis E, wobei A wenig schwierig und E extrem schwierig ist. So braucht man für einen Klettersteig der Kategorie A keine besonders hohe Kondition und der Weg lässt sich größtenteils ohne Sicherung begehen.

Im Ausland werden Klettersteige auch oft von F (Facile) bis ED (Extrement Difficile) eingeteilt.

Klettern auf dem Skywalk am Dachstein
Skywalk am Dachstein © photo-austria.at / Herbert Raffalt

Welche Gefahren gibt es bei der Begehung eines Klettersteigs?

Neben den allgemeinen Gefahren einer Tour im Gebirge bergen Klettersteige besonders bei Gewittern eine zusätzliche Gefahr, aufgrund der vielen verbauten Eisen- und Drahtelementen. Bei einem aufziehenden Gewitter sollten die Steige daher so schnell wie möglich verlassen werden. Außerdem gibt es ein erhöhtes Steinschlagrisiko durch vorausgehende Kletterer, unerlässlich ist daher das Tragen eines Helms.

Trotz Sicherung kann es bei Stürzen außerdem zu Verletzungen kommen, da man erst bei der nächsten Verankerung des Drahtseils aufgefangen wird. Da dies unter Umständen mehrere Meter sein können, wirken hohe Fangstoßkräfte.

Lust bekommen? Hier geht's zu unseren Klettersteig-Tipps: Für Einsteiger, Familien, Profis und viele mehr!