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150 Jahre Mausoleum in Schenna

Geschichte hautnah erleben

Am äußersten Rand des Kirchhügels von Schenna thront das Mausoleum, dessen Einweihung sich 2019 zum 150. Mal jährt. Es zählt zu den außergewöhnlichsten Sakralbauten der Neugotik im 19. Jahrhundert und ist immer noch in Besitz der Burgherren von Schloss Schenna.

Blick auf Schloss und Mausoleum in Schenna
Schloss und Mausoleum Schenna © Tourismusverein Schenna/Klaus Peterlin

Auf besonderen Wunsch von Erzherzog Johann von Österreich ließ dessen Sohn die Grablege oberhalb der Kurstadt Meran für seine Eltern erbauen und 1869 fertigstellen. Heute führt Familienmitglied Franz Graf von Spiegelfeld regelmäßig kenntnisreich durch die beiden bedeutenden Südtiroler Bauwerke. Zudem hat er anlässlich der 150-Jahrfeier ein Buch über die historische Grabstätte geschrieben. Im Rahmen des Jubiläums findet dort am 11. Mai 2019 ein Festgottesdienst statt.

Außenansicht des Mausoleums Schenna
Außenansicht des Mausoleums © Tourismusverein Schenna/Julia Staschitz

Auf den Spuren von Erzherzog Johann

Schon zu Zeiten seiner Errichtung von 1860 bis 1869 zählte Schennas Mausoleum zu den bedeutendsten neugotischen Sakralgebäuden in Europa. Bei seiner Englandreise 1815 lernte Erzherzog Johann von Österreich den damals hochmodernen, historistischen Stil kennen und lieben. Seinem sehnlichsten Wunsch entgegenkommend, "dass sein Haupt einst in Tiroler Erde ruhen möge", ließ Sohn Franz Graf von Meran die Grabstätte für seinen Vater am Kirchhügel der Gemeinde oberhalb von Meran errichten. Der Wiener Architekt Moritz Wappler verarbeitete dabei größtenteils roten Sandstein und Granit von Schennas Hausberg Ifinger. Als der Erzherzog am 11. Mai 1859 im Alter von 77 Jahren starb, bestattete man ihn zunächst im Mausoleum des Grazer Doms. Zehn Jahre später wurde sein Leichnam nach Schenna überführt und dort am 24. Juni 1869 unter großer Anteilnahme der örtlichen Bevölkerung im Mausoleum beigesetzt.

Gruftkapelle Mausoleum Schenna
Blick ins Mausoleum © Tourismusverein Schenna/Julia Staschitz

Lebendige Geschichte

Der kunsthistorische Wert des Mausoleums von Schenna ist nicht nur äußerlich unverkennbar. Unterirdisch befindet sich die Gruftkapelle, die von einem schweren Kreuzrippengewölbe überdacht wird. Dort können Interessierte auch den reich verzierten, marmornen Sarkophag von Erzherzog Johann und seiner Gattin besichtigen. In zwei separaten Grablegen ruhen außerdem Sohn Franz Graf von Meran und dessen Gemahlin Theresia Gräfin von Lamberg. Besucher des Mausoleums sind eingeladen, sich selbst ein Bild von der außergewöhnlichen Ruhestätte zu machen – besonders informativ im Rahmen der Führungen mit Franz Graf von Spiegelfeld, Schwager des heutigen Eigentümers Franz Graf von Meran (16. April bis 31. Oktober 2019 jeweils dienstags und donnerstags um 9.30 Uhr). Der Eintritt beträgt 5 €/Erw. für Kinder bis 10 Jahre frei.