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Ostern im Salzburger Land

Von magischen Eiern, Ratschenbuben und Osterfeuern

Manchmal sind es uralte heidnische Bräuche, manchmal überlieferte Fruchtbarkeitsrituale und manchmal hohe Kirchenfeiertage: Immer aber sind Feste und Feierlichkeiten im Salzburger Land ein Anlass dafür, um sich – festlich gekleidet in Tracht – unter die Leute zu mischen. Rund um das Osterfest ranken sich zahlreiche alte Bräuche. Gerade die Volkskultur im Salzburger Land ist reich an Festivitäten.

Frauen binden Palmbuschen beim Ostermarkt in Großgmain
Palmbuschenbinden © Salzburger Freilichtmuseum

Palmbuschenbinden

Ein typischer alpenländischer Brauch ist das "Palmbuschenbinden", mit dem man an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert. Die Weidenzweige für den Palmbuschen werden gebunden und anschließend bunt geschmückt. Ein echter Salzburger Palmbuschen besteht aus insgesamt sieben Kräutern.

Nach der kirchlichen Segnung am Palmsonntag kann er seine heilbringende Wirkung entfalten: Er bewahrt das Haus, die Felder, Äcker oder Gärten vor Übel und vertreibt böse Geister. In Puch bei Hallein wird auch ein "Palmesel", eine hölzerne Palmeselfigur samt darauf reitendem Christus, die aus dem Mittelalter stammt, mitgetragen.

Osterhase schenkt Kindern Ostereiern im Salzburger Freilichtmuseum
Ostereiersuche im Salzburger Freilichtmuseum © Salzburger Freilichtmuseum

Ölbergsingen und Ratschenbuben

In Großarl findet in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag das Ölbergsingen statt. Zu jeder vollen Stunde treffen sich die Sänger und singen jeweils an mehreren Stationen. Am Gründonnerstag singen die Bauern des Orts vom Leiden Christi am Ölberg. Am Karfreitag sind es hingegen die "Dorfer", die in ihrem Gesang über die Ereignisse nach dem Kreuzetod Jesu berichten, und bereits die Auferstehung verheißen.

Die Glocken fliegen am Gründonnerstag nach Rom und kommen erst zur Auferstehungsfeier am Ostersamstag zurück. Während dieser Zeit kündigen im ganzen Salzburger Land die Ratschenbuben die vollen Stunden an.

Ostereierfärben und Speisenweihe

Am Gründonnerstag werden traditionell grüne Speisen oder Suppen gekocht und verzehrt. Auch das Eierfärben steht an. Im Lungau werden die Grawirlacheier von den Frauen hergestellt. Die gekochten Eier werden gemeinsam mit Gräsern und Blüten in ein Stück Stoff eingebunden und mit Naturfarben gefärbt. Daraus ergibt sich ein besonders schönes Muster. Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, sind "Antlass-Eier", denen ganz besondere magische Kräfte zugeschrieben werden.

Am Ostersonntag bringt man Lebensmittel im Weihekorb zur Speisenweihe mit in die Kirche: Die Weihkörbe enthalten Schinken, Brot, in Ostermotive gepresste Butter, Eier, Kren und Salz. Der Inhalt wird nach dem Kirchgang zum Frühstück im Kreise der Familie verzehrt.

Osterfeuer und Gonesrennen

In der Nacht von Karsamstag auf den Ostersonntag erleuchten im Lungau zahlreiche Osterfeuer die Nacht: Diese gezimmerten, bis zu zwölf Meter hohen Osterfeuer, die bis in die vorchristliche Zeit zurückgehen, drücken die Freude über die Auferstehung des Herrn sowie den Wunsch nach dem Wiedererwachen der Natur aus.

Den Abschluss der Osterfeierlichkeiten bildet das Gonesrennen am Ostermontag im Lungau: In Wölting wird dieses Gesellschaftsspiel schon seit über hundert Jahren am Dorfplatz gespielt