Insgesamt befinden sich in Frankreich 11 Nationalparks und 59 regionale Naturparks (Parcs naturels régionaux). Nationalparks unterliegen besonders strengen Schutzbestimmungen und dienen vor allem dem Erhalt wertvoller Natur- und Lebensräume. Regionale Naturparks verbinden dagegen Naturschutz mit dem Leben und Wirtschaften der Bevölkerung vor Ort und umfassen häufig auch Dörfer, Kulturlandschaften und touristische Angebote.
Zu den bedeutendsten Schutzgebieten Frankreichs zählen die alpinen Nationalparks Vanoise, Écrins und Mercantour sowie der Nationalpark Pyrenäen an der Grenze zu Spanien.
Sie begeistern durch ihre beeindruckenden Gebirgslandschaften mit Gletschern, Dreitausendern, Bergseen und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Gleichzeitig bieten sie ideale Bedingungen zum Wandern, Bergsteigen und Naturbeobachten und schützen empfindliche Lebensräume mit ihrer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt.
Der Nationalpark Vanoise liegt in den französischen Alpen in der Region Auvergne-Rhône-Alpes zwischen den Tälern der Tarentaise und Maurienne. Er wurde 1963 gegründet und war der erste Nationalpark Frankreichs. Er entstand vor allem zum Schutz des Alpensteinbocks, dessen Bestand heute wieder als gesichert gilt. Im Park leben außerdem Gämsen, Murmeltiere, Steinadler und zahlreiche weitere Alpenbewohner.
Die Kernzone des 2.000 km² großen Nationalparks ist besonders geschützt: Hier ist das Mitführen von Hunden ebenso verboten wie Radfahren oder Gleitschirmfliegen. Dafür finden sich allein in dem Bereich über 40 3.000er, der höchste Berg ist der Grande Casse mit 3.855 Metern. Außerdem führen 600 km Wanderwege durch den Park, darunter drei Fernwanderwege.
Besonders beliebt sind Wanderungen rund um den Lac des Vaches und Touren zur Refuge de la Vanoise, einer der bekanntesten Hütten der französischen Alpen. Die Wanderung zum Lac des Vaches dauert je nach Ausgangspunkt etwa drei bis fünf Stunden. Zur Refuge de la Vanoise benötigen Wanderer von Pralognan-la-Vanoise aus rund vier bis fünf Stunden.
Im Südosten von Frankreich, nahe der italienischen Grenze, liegt der Nationalpark Mercantour, der besonders dadurch beeindruckt, dass sich hier alle Vegetationsstufen finden. Von dunklen Wäldern, grünen Wiesen bis zu kahlen Berggipfeln wie dem höchsten Berg des Parks, dem Mont Gélas (3.143 Meter).
Im Nationalpark gibt es die artenreichste Tier- und Pflanzenwelt von ganz Europa. Allein 53 bedrohte Tierarten leben hier, darunter der Steinbock und der Lämmergeier. Auch der Wolf ist nach 70 Jahren Abwesenheit wieder zurückgekehrt und es wachsen 40 Pflanzenarten nur hier im Nationalpark Mercantour.
Besucher können den Park Mercantour auf 1.700 km Wanderwege erkunden. Gute Anlaufstellen für die erste Erkundung des Parks sind die Nationalpark-Häuser. In jedem der sechs Täler des Mercantour steht eines dieser Info-Zentren. Das Vallée des Merveilles gehört zu den bekanntesten Wanderzielen des Parks und beherbergt mehrere zehntausend prähistorische Felsgravuren.
Im Süden der französischen Alpen liegt der Nationalpark Ecrins. Er erstreckt sich über eine Fläche von 1.786 km². Hier finden sich beeindruckende Gletscher, spektakuläre Wasserfälle und viele Seen und Almen. 150 Berggipfel erheben sich auf eine Höhe von über 3.000 Metern, der höchste unter ihnen ist der Barre des Ecrins mit 4.102 m.
Der Park ist ein Naturparadies für Tiere und Pflanzen. Hier leben unter anderem Steinadler, Gänse- und Mönchsgeier, Murmeltiere, Steinböcke, Wölfe und Luchse, außerdem sind mehr als 1.800 Pflanzenarten im Nationalpark Ecrins heimisch.
Besucher können sich in den sieben Nationalpark-Häusern informieren - in jedem der Täler befindet sich eine Infostelle. Anschließend kann unter anderem auf den 700 km Wanderwegen des Parks gewandert werden, zur Einkehr laden 40 Hütten und Almen ein. Der Park eignet sich besonders für ambitionierte Wanderer, die weniger erschlossene Gebirgslandschaften suchen als beispielsweise rund um Chamonix.
Der Nationalpark Pyrenäen erstreckt sich entlang der französisch-spanischen Grenze über rund 100 Kilometer und schützt einen der spektakulärsten Gebirgsräume Europas. Der 1967 gegründete Nationalpark umfasst hohe Gipfel, tiefe Täler, Wasserfälle, Bergseen und ausgedehnte Almflächen.
Über 250 Bergseen und zahlreiche Wasserfälle prägen die Landschaft des Nationalparks. Hinzu kommen mehr als 40 Gipfel, die die Marke von 3.000 Metern überschreiten. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählt der Cirque de Gavarnie, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Park ist außerdem Lebensraum für Pyrenäen-Gämsen, Murmeltiere und Bartgeier. Für Wanderer stehen rund 2.000 Kilometer markierte Wanderwege zur Verfügung.
Zu den bekanntesten Ausflugszielen zählen der Cirque de Gavarnie mit seinem über 400 Meter hohen Wasserfall, der Pic du Midi d'Ossau sowie die Seenlandschaften rund um Cauterets und den Pont d'Espagne. Der Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer, Bergsteiger und Naturfreunde und zählt zu den artenreichsten Gebirgsregionen Frankreichs.
Der Nationalpark Cevennen liegt im südlichen Zentralmassiv und zählt zu den größten Nationalparks Frankreichs. Die Region ist geprägt von tief eingeschnittenen Tälern, ausgedehnten Wäldern, Hochplateaus und traditionellen Kulturlandschaften. Als einziges französisches Nationalparkgebiet ist die Kernzone dauerhaft bewohnt und verbindet Naturschutz mit jahrhundertealter Berglandwirtschaft.
Das Gebiet ist UNESCO-Biosphärenreservat und gehört teilweise zum UNESCO-Welterbe. Wanderer finden hier ein weit verzweigtes Netz von mehr als 5.000 Kilometern markierter Wege, darunter auch den bekannten Fernwanderweg Stevenson-Weg (GR 70). Die abwechslungsreiche Landschaft bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten wie Hirsche, Wildschweine und verschiedene Greifvögel. Charakteristisch für die Region sind zudem die weiten Hochflächen sowie beeindruckende Schluchten wie die Gorges du Tarn.
Der Nationalpark eignet sich besonders für Wanderer, Naturliebhaber und alle, die ursprüngliche Landschaften abseits der großen Touristenströme entdecken möchten.
Neben diesen bekannten Schutzgebieten verfügt Frankreich über weitere bemerkenswerte Nationalparks. Dazu zählen der Nationalpark Calanques zwischen Marseille und Cassis mit seinen spektakulären Kalksteinbuchten am Mittelmeer, der Nationalpark Port-Cros auf den Hyères-Inseln mit seinen geschützten Meeres- und Küstenlandschaften sowie der Nationalpark Forêts in Burgund und der Champagne, der zu den jüngsten Nationalparks des Landes gehört und ausgedehnte Laubwälder schützt. Hinzu kommen mehrere Übersee-Nationalparks wie der Nationalpark Guadeloupe in der Karibik oder der Nationalpark La Réunion im Indischen Ozean, die mit tropischen Regenwäldern, Vulkanlandschaften und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt ganz andere Naturerlebnisse bieten.
Vanoise
Hüttentouren & klassische Alpenwanderungen
Écrins
Hochalpine Landschaften, Gletscher & anspruchsvolle Touren
Mercantour
Artenvielfalt, Fernwanderungen & Kombination aus Alpen und Mittelmeer
Pyrenäen
Bergseen, Wasserfälle, Fernwanderungen & Tierbeobachtungen
Cevennen
Natururlaub, Fernwanderwege & ursprüngliche Kulturlandschaften