Auf rund 720 Kilometern verbindet die Route des Grandes Alpes den Genfer See mit dem Mittelmeer und führt durch einige der spektakulärsten Gebirgslandschaften der französischen Alpen. Die Strecke verläuft über zahlreiche Alpenpässe, vorbei an Nationalparks, Bergdörfern und bekannten Wintersportorten.
Ob mit dem Auto, Motorrad oder Fahrrad – die Route des Grandes Alpes gehört zu den eindrucksvollsten Möglichkeiten, die französischen Alpen zu entdecken.
Start der Route des Grandes Alpes ist in Thonon les Bains. Der Kurort liegt am Genfer See. Von dort führt die Strecke nach Süden und passiert unter anderem Les Gets, La Clussaz und Val d’Isère. Dort verläuft die Strecke durch den Nationalpark Vanoise, weiter nach Valloire und Serre-Chevalier. Eine gute Zwischenstation ist Barcelonnette am Rand des Nationalparks Mercantour. Von dort geht die Route des Grandes Alpes in südöstlicher Richtung über Valberg nach Menton am Mittelmeer.
Entlang der Strecke weisen braune Hinweisschilder mit der Aufschrift „Route des Grandes Alpes“ den Weg. Dennoch empfiehlt sich zusätzlich die Nutzung eines Navigationsgeräts oder einer aktuellen Straßenkarte, da Umleitungen oder saisonale Straßensperrungen möglich sind.
Die meisten Passstraßen öffnen zwischen Mai und Juni und schließen je nach Schneelage im Oktober oder November wieder.
Die Route wird häufig in sieben Etappen unterteilt:
Je nach Reiseart und verfügbarem Zeitbudget können die Etappen individuell angepasst oder zusammengelegt werden.
Insgesamt passiert man auf der Route des Grandes Alpes 16 Hochalpenpässe, von denen mehrere auf über 2.000 Metern liegen. Der höchste Pass ist der Col de l’Iseran: Mit 2.790 Metern ist er zugleich der höchste befahrbare Pass der Alpen. Wer die ganze Strecke fährt, legt 15.700 Höhenmeter zurück, dabei verläuft die Strecke zum größten Teil über Departementstraßen. Je nach Route oder Alternativroute können auf der Route des Grandes Alpes sogar bis zu 21 Hochpässen befahren werden. Die höchsten Pässe sind die Folgenden:
Der Col de l’Iseran verbindet Val-d’Isère in der Tarentaise mit Bonneval-sur-Arc im Maurienne-Tal und ist mit 2.770 Metern der höchste asphaltierte Alpenpass Frankreichs. Die Passstraße ist rund 48 Kilometer lang und führt durch eine beeindruckende Hochgebirgslandschaft mit weiten Ausblicken auf Gletscher und Dreitausender.
Der Col du Galibier verbindet Saint-Michel-de-Maurienne mit dem Col du Lautaret und zählt zu den berühmtesten Alpenpässen überhaupt. Die rund 35 Kilometer lange Passstraße ist regelmäßig Teil der Tour de France und bietet eindrucksvolle Ausblicke auf die Gipfel der Dauphiné-Alpen.
Der Col d'Izoard (2.360 m) verbindet auf rund 34 Kilometern Briançon mit Guillestre und gehört zu den legendärsten Alpenpässen Frankreichs. Besonders bekannt ist die karge Felslandschaft der Casse Déserte, die dem Pass ein fast mondähnliches Erscheinungsbild verleiht.
Der Col de la Cayolle (2.326 m) verbindet auf rund 30 Kilometern den Ort Barcelonnette im Ubaye-Tal mit Guillaumes im Tal des Var und zählt zu den landschaftlich reizvollsten Pässen der Südalpen. Die schmale Passstraße führt durch eine abwechslungsreiche Hochgebirgslandschaft mit Wasserfällen, Almwiesen und markanten Felsformationen.
Beliebt für: ursprüngliche Alpenlandschaften, ruhige Straßen und Naturerlebnisse Geeignet für: Auto, Motorrad und Rennrad
Der Col de Vars (2.108 m) verbindet auf rund 19 Kilometern Guillestre in den Hautes-Alpes mit Jausiers in den Alpes-de-Haute-Provence und ist ein wichtiger Übergang zwischen den beiden Regionen. Die gut ausgebaute Passstraße ist regelmäßig Teil der Tour de France und bietet weite Ausblicke auf die umliegenden Gipfel.
Beliebt für: Radsport, Panoramablicke und abwechslungsreiche Berglandschaften Geeignet für: Auto, Motorrad und Rennrad
Der Col du Lautaret (2.058 m) verbindet auf rund 30 Kilometern Le Monêtier-les-Bains bei Briançon mit La Grave in Richtung Grenoble und zählt zu den wichtigsten Alpenübergängen Frankreichs. Die Passstraße bietet beeindruckende Ausblicke auf die Gletscher und Gipfel des Écrins-Massivs und endet in einer weitläufigen Hochgebirgslandschaft mit zahlreichen Aussichtspunkten entlang der Strecke.
Beliebt für: Hochgebirgspanoramen, leichte Erreichbarkeit und Ausflüge in den Nationalpark Écrins Geeignet für: Auto, Motorrad und Fahrrad
Je nach Tourenportal wird der Col de la Bonette zu den Alpenpässen der Tour des Grandes Alpes gezählt. Die etwa 50 Kilometer lange Strecke verbindet Jausiers uind St-Etienne-de-Tinée. Auf einer Höhe von 2.715 Metern gehört er zu den höchsten Alpenpässen, offiziell ist die Strecke jedoch nicht als Teil der Grandes Alpes ausgezeichnet.
Kurvenreiche Passstraßen, spektakuläre Panoramen und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten machen die Strecke zu einem der beliebtesten Motorradreviere Europas. Besonders reizvoll sind die Abschnitte über den Galibier und den Iseran. Wie lang die Route des Grandes Alpes mit dem Motorrad dauert, ist vom Erfahrungslevel der Fahrer abhängig. In der Regel wird von 15 bis 18 Stunden ausgegangen. Die Route kann innerhalb von einem Tag zurückgelegt werden, allerdings empfehlen wir mindestens vier Tage Reisezeit, um Passfahrten, Fotostopps, Besichtigungen und Übernachtungen in den Alpenorten mitzunehmen.
Die Idee einer Route von den Alpen bis ans Mittelmeer entstand vor rund einhundert Jahren. Die Route des Grandes Alpes wurde 1912 eröffnet, einige Teilstrecken wurden allerdings erst im Jahr 1937 fertiggestellt. Vor allem Teilstrecken der Route sind heute legendär: Sie sind regelmäßig Teil des Radrennens Tour de France oder der Rallye Monte Carlo, eines der bekanntesten Autorennen der Welt.
Auch für Rennradfahrer besitzt die Route einen besonderen Reiz. Viele der legendären Tour-de-France-Pässe wie der Col du Galibier, der Col de l’Iseran oder der Col des Aravis liegen entlang der Strecke. Wer die gesamte Route mit dem Fahrrad bewältigen möchte, sollte jedoch mindestens sechs bis acht Tage einplanen und über eine gute Kondition verfügen.
Auch für Wohnmobilreisende ist die Route des Grandes Alpes ein unvergessliches Erlebnis. Die Strecke führt durch einige der schönsten Alpenlandschaften Frankreichs und bietet zahlreiche Campingplätze sowie Stellplätze entlang der Route.
Allerdings sollten Fahrer größerer Fahrzeuge beachten, dass einige Passstraßen schmal, kurvenreich und teilweise stark befahren sein können. Eine sorgfältige Routenplanung und die Prüfung aktueller Straßenbedingungen sind daher empfehlenswert. Alternativ kann auch die Route Napoleon gut für Campingvehikel genutzt werden.
Besonders beliebt sind Übernachtungsstopps in Orten wie Annecy, Bourg-Saint-Maurice, Briançon oder im Nationalpark Mercantour. So lässt sich die Route entspannt in mehreren Etappen genießen.