Bärenhöhle Gewann Bärenhöhle 72820 Sonnenbühl / Erpfingen Deutschland Tel.: 49712892518 touristinfo@sonnenbuehl.de https://www.sonnenbuehl-tourismus.de/hoehlen/karls-und-baerenhoehle.html
Ermäßigt
6,- €
Erwachsene
7,- €
Schüler (6-14 Jahre)
5,- €
Mo,Di,Mi,Do,Fr,Sa,So
10:00 - 17:00 Uhr
Saison: April bis Oktober
Die Bärenhöhle in Sonnenbühl-Erpfingen auf der Schwäbischen Alb gehört zu den bekanntesten Schauhöhlen der Region. Gemeinsam mit der seit 1834 bekannten Karlshöhle bildet sie ein rund 292 Meter langes Höhlensystem, das Besucher auf einem Rundweg erkunden können. Tropfsteinformationen, große Hallen und die noch sichtbaren Knochen von Höhlenbären geben Einblicke in die Geschichte der Höhle und die Entwicklung der Schwäbischen Alb.
In der Umgebung lassen sich den Höhlenbesuch unter anderem mit einem Ausflug zum Freizeitpark Traumland, zur Nebelhöhle oder zum Schloss Lichtenstein verbinden.
Die Entstehung der Bärenhöhle reicht Millionen Jahre zurück. Vor etwa 200 bis 140 Millionen Jahren war die heutige Schwäbische Alb von einem Jurameer bedeckt. Kalkablagerungen und Riffe bildeten die Gesteinsschichten, aus denen später die Höhlenlandschaft entstand.
Nachdem sich Süddeutschland durch tektonische Bewegungen aus dem Meer gehoben hatte, drang Regenwasser durch Risse und Spalten in den Untergrund ein. Über mehrere Millionen Jahre löste das Wasser den Kalk und erweiterte die vorhandenen Klüfte. So entwickelte sich zunächst eine Wasserhöhle, später eine Flusshöhle. Nachdem der Höhlenbach versiegte und der Boden trocken fiel, begann die Bildung der heute sichtbaren Tropfsteine.
Die Geschichte der Bärenhöhle beginnt eigentlich mit der Entdeckung der Karlshöhle. Am 30. Mai 1834 sammelte der Erpfinger Schullehrer Fauth Kräuter, als er eine Felsspalte bemerkte. Dabei verschwand seine Tabakdose in der Tiefe. Am nächsten Tag stieg er gemeinsam mit Freunden in die neu entdeckte Höhle hinab. Der Eingang wird bis heute als „Fauthloch“ bezeichnet.
Die Höhle wurde nach ihrer Erschließung zunächst als Karlshöhle bezeichnet. Ihren Namen erhielt sie zu Ehren von Kronprinz Karl von Württemberg, der die Höhle noch in den 1830er-Jahren besuchte.
Erst mehr als 100 Jahre später wurde die heutige Bärenhöhle entdeckt. Am 27. Dezember 1949 stiegen Karl August Bez und sechs Erpfinger über einen fünf Meter hohen Felsüberhang am Ende der Karlshöhle. Dort entdeckten sie die Fortsetzung des Höhlensystems. Zuvor waren ihnen Fledermäuse aufgefallen, die an dieser Stelle in einer Felsspalte verschwanden. Noch heute finden die Fledermäuse vor allem in den Wintermonaten in der Bärenhöhle Schutz.
Den Namen verdankt die Höhle den zahlreichen Überresten von Höhlenbären. In der 1949 entdeckten Fortsetzung lagen zahlreiche Knochen und Skelettteile auf dem Höhlenboden. Einige Schädel und Knochen sind noch heute in der Höhle zu sehen.
Auch in der bereits 1834 entdeckten Karlshöhle waren Knochen und Schädel von Höhlenbären gefunden worden. Die große Zahl der Funde in der neu entdeckten Höhlenfortsetzung führte schließlich zum Namen Bärenhöhle.
Neben den Überresten von Höhlenbären wurden unter anderem Zähne von Pferden, verschiedenen Hirscharten, Nashörnern, Hyänen, Jaguaren und Bibern gefunden. Sie stammen aus unterschiedlichen Abschnitten des Pleistozäns.
Auch die Karlshöhle ist archäologisch interessant. Dort wurden unter anderem eine Feuerstelle mit verbrannten Tierknochen, Keramikreste und drei Steinklingen aus dem Jungpaläolithikum entdeckt. Weitere Funde wie Bronzenadeln, Anhänger und Fibeln weisen auf eine Nutzung der Höhle in späteren Epochen hin. Aus römischer Zeit stammen Fragmente von Gebrauchskeramik.
Besonders ungewöhnlich sind menschliche Überreste: Im Bereich der Karlshöhle wurden bis zu 50 Skelette gefunden, die wahrscheinlich mit einer Pestepidemie während des Dreißigjährigen Krieges in Verbindung stehen.
Neben dem normalen Höhlenbesuch werden in der Bärenhöhle regelmäßig Sonderführungen angeboten. Eine besondere Variante ist die Stirnlampenführung „Im Dunkeln ist gut Munkeln“. Dabei wird die Höhle nur vom Licht der Stirnlampen beleuchtet, während die Höhlenführer Geschichten zur Unterwelt und ihrer Geschichte erzählen. Die Führung dauert rund 90 Minuten und ist für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren geeignet.
Die Sonderführung wird zwischen April und Oktober angeboten. Für Gruppen sind nach Absprache zusätzliche Termine möglich. Daneben finden an und in der Bärenhöhle weitere Veranstaltungen statt, beispielsweise Weinverkostungen.
Die Bärenhöhle liegt in einem abwechslungsreichen Ausflugsgebiet der Schwäbischen Alb. Direkt in der Umgebung befindet sich das TRAUMLAND, ein Freizeitpark in Sonnenbühl-Erpfingen mit Märchenwald, Fahrgeschäften, Spielplätzen und weiteren Familienattraktionen.
Wer lieber wandert, kann den Besuch der Bärenhöhle mit dem Bärenhöhlenweg oder weiteren Wander- und Radrouten rund um Sonnenbühl verbinden. Auch die Nebelhöhle liegt in der Umgebung und bietet eine zweite Möglichkeit, die unterirdische Welt der Schwäbischen Alb kennenzulernen.
Etwas weiter entfernt liegt das Schloss Lichtenstein am Albtrauf. Die Bärenhöhle und das Schloss lassen sich auch über eine rund sieben Kilometer lange Wanderroute miteinander verbinden.
In der Bärenhöhle herrschen ganzjährig zwischen 8 und 10 Grad Celcius. Für den Besuch empfiehlt sich deshalb auch im Sommer eine warme Jacke und festes Schuhwerk. Besonders bei den Sonderführungen sollte außerdem berücksichtigt werden, dass der Aufenthalt unter Tage bis zu 90 Minuten dauern kann.
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