Olgahöhle Olgastraße 31 72805 Lichtenstein Deutschland sonderfuehrung@olgahoehle.de https://www.olgahoehle.de/
Erwachsene
3,50 €
Familienkarte
9,- €
Kinder ab 6 Jahre
2,- €
April bis Oktober: 1. Sonntag des Monats und Feiertage von 11 bis 17 Uhr
Die Olgahöhle in Lichtenstein-Honau ist eine der ungewöhnlichsten Schauhöhlen der Schwäbischen Alb. Sie ist die längste Tuffsteinhöhle Deutschlands und unterscheidet sich damit deutlich von den meisten anderen Höhlen der Region: Die rund 10.000 Jahre alte Höhle entstand nicht durch die Auflösung von Kalkgestein, sondern gleichzeitig mit dem umgebenden Kalktuff. Heute können Besucher rund 114 Meter der Höhle bei Führungen erkunden. Charakteristisch sind die bizarren, an Blumenkohl erinnernden Sinterformen, die sogenannten Tuffkalotten oder „Blumenkohlsinter“.
Die Olgahöhle liegt im Ortsteil Honau der Gemeinde Lichtenstein im Echaztal. Durch ihre Lage unterhalb von Schloss Lichtenstein lässt sich der Höhlenbesuch gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten und Wanderungen an der Schwäbischen Alb verbinden.
Die Olgahöhle ist eine sogenannte Primärhöhle. Anders als eine klassische Karsthöhle entstand sie nicht erst nachträglich durch die Auflösung des Gesteins. Sie bildete sich gleichzeitig mit dem Kalktuff, aus dem die Umgebung der Höhle besteht.
Entscheidend war dabei die Echaz. Der Fluss tritt im Bereich von Honau an einer Steilstufe auf, an der kalkreiches Wasser Kalk ablagerte. Über einen langen Zeitraum entstand so eine mächtige Kalktuffbarre. Hohlräume und Gänge bildeten sich während dieses Ablagerungsprozesses. Die Entstehung der Olgahöhle begann erst nach der letzten Eiszeit und ist damit nach geologischen Maßstäben vergleichsweise jung.
Besonders auffällig sind die sogenannten Tuffkalotten. Die rundlichen Formen erinnern an Blumenkohl und werden deshalb auch als „Blumenkohlsinter“ bezeichnet. Sie entstanden durch die Ablagerung von Kalk auf den Oberflächen innerhalb der Höhle.
Entdeckt wurde die Olgahöhle am 24. Oktober 1874 bei Steinbrucharbeiten. Der Steinbrucharbeiter Johann Ziegler stieß beim Abbau von Kalktuff auf einen bislang unbekannten Hohlraum. In Honau wurde damals an mehreren Stellen Kalktuff als Baumaterial abgebaut.
Ursprünglich sollte der Fund sogar dem weiteren Steinbruchbetrieb weichen. Ziegler setzte sich jedoch für den Erhalt der Höhle ein. Innerhalb weniger Monate wurde sie für Besucher zugänglich gemacht. Bereits zu Pfingsten 1875 konnten die ersten Gäste die neue Schauhöhle besichtigen. Benannt wurde sie nach Königin Olga von Württemberg.
Die Olgahöhle schrieb bereits wenige Jahre nach ihrer Entdeckung Technikgeschichte. 1884 wurde sie mit elektrischem Licht ausgestattet und war damit die erste elektrisch beleuchtete Schauhöhle Deutschlands. Weltweit war sie zu diesem Zeitpunkt die zweite Schauhöhle mit elektrischer Beleuchtung.
Die neue Beleuchtung machte die Höhle für Besucher deutlich attraktiver. Aufgrund der steigenden Besucherzahlen wurde 1892 sogar ein zweiter Eingang geschaffen, damit die Besucherströme besser geregelt werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Olgahöhle längere Zeit geschlossen. 1972 wurde sie wiedereröffnet. Seit 2022 wird die Höhle mit moderner LED-Beleuchtung ausgeleuchtet.
Bei der Führung führt der Weg durch die unterirdischen Gänge der Tuffsteinhöhle. Besonders auffällig sind die zahlreichen Sinterformen und Tuffablagerungen. Der sogenannte Blumenkohlsinter ist dabei eine der charakteristischen Besonderheiten der Olgahöhle.
Die Höhle ist insgesamt etwa 170 Meter lang, davon sind rund 114 Meter für Besucher begehbar. Der Höhenunterschied innerhalb der Höhle beträgt etwa elf Meter.
Die Besichtigung der Olgahöhle findet NUR im Rahmen von Führungen statt. Dabei erfahren Besucher mehr über die Entdeckung, die ungewöhnliche Entstehung als Primärhöhle und die Geschichte der Schauhöhle. Für ausländische Besucher stehen außerdem Führungstexte in englischer und französischer Sprache zur Verfügung.
Die Olgahöhle liegt im Echaztal unterhalb von Schloss Lichtenstein, einem der bekanntesten Ausflugsziele der Schwäbischen Alb.
In der Nähe befinden sich außerdem die Nebelhöhle sowie die Bärenhöhle bei Sonnenbühl, die sich gut in Wanderungen und Ausflüge in der Region einbinden lassen.
Die Olgahöhle ist in der Regel von April bis Oktober am ersten Sonntag des Monats sowie an ausgewählten Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Die letzte Führung startet um 16:30 Uhr. An Fronleichnam findet außerdem das traditionelle Olgahöhlenfest mit laufenden Höhlenführungen statt.
Sonderführungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten können für Gruppen nach vorheriger Anmeldung vereinbart werden.
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