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Schottenkirche St. Jakob

Regensburg, Deutschland

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Ein Kloster der Iren

Die zwischen 1180 und 1200 erbaute Kirche steht am westlichen Rand der Regensburger Altstadt.

Den Namen "Schottenkirche" erhielt sie durch die irischen Pilger, die damals "Scoti" genannt wurden.

Vom Kloster zum Priesterseminar

Gegründet wurde das einstige Kloster um 1100 vom irischen Benediktinermönch Marian, der auf seiner Pilgerreise durch Regensburg kam und sich dort niederließ. Es gilt als Mutterkloster der irischen Mönche in Deutschland.

Ende des 12. Jahrhunderts ließ Abt Gregor eine neue Kirche errichten, da die vorherige bereits baufällig und zu klein für die vielen irischen Pilger war. Aus dieser Zeit stammt auch das berühmte Schottenportal.

Zwischen 1866 und 1872 mussten die Gebäude erneut um- und neugebaut werden. Die jüngste Änderung wurde mit der Neugestaltung des Altarraums im Jahr 1988 vorgenommen.

Heute dient die St. Jakob Schottenkirche unter anderem als Priesterseminar, wo angehende Priester des Bistums Regensburg ihre pastorale und geistliche Ausbildung erhalten.

Innenraum

Der Innenraum der Schottenkirche ist verhältnismäßig schlicht gehalten.

Am rechten Portal ist eine Reliefplastik zu finden. Sie stellt einen Mönch dar, von dem man ausgeht, dass es sich um den Baumeister des Portals oder einen Pförtner handelt.

Schottenportal

Das nach Norden gerichtete Schottenportal am Eingang ist eines der bedeutendsten romanischen Baudenkmäler und die aufwändigste Portalanlage seiner Zeit in Deutschland.

Schottenportal © Hansj?Lipp via Wikimedia Commons

Die Darstellungen auf den Rundbögen des Portals werden noch immer unterschiedlich interpretiert. Einzig sicher ist, dass es den Zyklus "Weltgericht", "Himmel" und "Hölle" darstellt. Bei den zwölf Figuren handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Ausgestoßene, denen die Aufnahme in den Himmel verwehrt wird. Ausgestoßene sind Personen, die in der mittelalterlichen Gesellschaft verachtet wurden wie Verbrecher, Prostituierte, Tänzerinnen oder Faule.

Um das Schottenportal besser erhalten zu können, wurde es 1999 durch einen gläsernen Vorbau geschützt.

Führungen

Von April bis Oktober immer am ersten Sonntag des Monats und zusätzlich am Oster- und Pfingstsonntag. Beginn 14 Uhr.

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