Zecken und Mücken lassen sich in den Alpen kaum vollständig vermeiden. Sie kommen in vielen Regionen vor und sind vor allem zwischen Frühjahr und Herbst aktiv. Wer sich schon vor der Tour schützt und unterwegs einige Verhaltensregeln beachtet, kann die Wahrscheinlichkeit eines Zeckenbisses oder Mückenstichs jedoch erheblich verringern.
Ob beim Wandern durch den Wald, auf einer Almwanderung oder beim Camping am Bergsee – in den Sommermonaten gehören Zecken und Mücken zu den häufigsten Begleitern in der Natur. Während Mückenstiche meist nur lästig sind, können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen.
Die richtige Kleidung ist eine der effektivsten Schutzmaßnahmen. Empfehlenswert sind lange Hosen, langärmlige Oberteile und geschlossene Schuhe. So wird möglichst wenig Haut freigelegt, auf der Zecken oder Mücken leicht zustechen können.
Helle Kleidung bietet einen zusätzlichen Vorteil: Zecken lassen sich darauf deutlich schneller erkennen und entfernen, bevor sie die Haut erreichen. Praktisch sind außerdem Hosen mit eng anliegenden Bündchen oder Socken, über die die Hosenbeine gezogen werden. Dadurch gelangen Zecken deutlich schwerer unter die Kleidung.
Wer häufig in der Natur unterwegs ist, kann zusätzlich auf spezielle Outdoorbekleidung mit Insektenschutz zurückgreifen. Beliebte Stücke sind Outdoorjacken, die eine glatte Oberfläche und Innennetze besitzen. Die Jacken sind zwar völlig luftdurchlässig, lassen Mücken jedoch aufgrund der speziellen Webart nicht durch den Stoff stechen. Auch Kleidung, die mit bestimmten, für Zecken und Mücken übelriechenden Duftstoffen versehen sind, halten die lästigen Tiere automatisch auf Abstand. Für die meisten Wanderungen reichen jedoch lange Kleidung und geschlossene Schuhe bereits als gute Grundausstattung aus.
Zecken bevorzugen feuchte Wälder, Waldränder, hohes Gras und dicht bewachsene Wege. Besonders in niedrigen und mittleren Höhenlagen sind sie weit verbreitet. Mücken fühlen sich dagegen vor allem in der Nähe von Seen, Flüssen, Mooren und anderen Gewässern wohl. An windstillen Tagen sowie in den Morgen- und Abendstunden sind sie besonders aktiv.
Wer seine Route plant, sollte diese Bedingungen im Hinterkopf behalten. Ganz vermeiden lassen sich Zecken und Mücken zwar nicht, dennoch hilft es, längere Aufenthalte im hohen Gras oder dichten Unterholz möglichst zu vermeiden.
Neben der Kleidung spielt auch das eigene Verhalten eine wichtige Rolle. Bleibt möglichst auf befestigten Wegen und vermeidet unnötigen Kontakt mit hohem Gras oder dichtem Gebüsch. Für Pausen eignen sich Felsen, Bänke oder andere freie Flächen besser als eine Wiese.
Vor dem Start kann außerdem eine kühle Dusche sinnvoll sein. Sie senkt die Körpertemperatur und reduziert Schweiß, sodass ihr für Insekten weniger auffällig seid. Das ersetzt zwar keinen Insektenschutz, kann aber eine einfache zusätzliche Maßnahme sein.
Auch bei der Verpflegung lohnt sich etwas Aufmerksamkeit: Sehr süße oder klebrige Snacks sind unterwegs oft unpraktisch, weil sie schnell an Händen, Kleidung oder Ausrüstung haften bleiben. Wer eine Pause einlegt, sollte Lebensmittel möglichst gut verschließen und Essensreste nicht offen liegen lassen.
Vor allem bei längeren Touren empfiehlt es sich, ein Insektenschutzmittel dabeizuhaben. Welcher Wirkstoff gegen Zecken und Mücken besonders gut schützt und worauf ihr bei der Anwendung achten solltet, erfahrt ihr in unserem Artikel zum Mückenschutz.
Gerade nach einer Wanderung oder einem erlebnisreichen Tag in den Bergen möchte niemand die Nacht mit summenden Mücken verbringen. Vor allem in der Nähe von Seen, Flüssen oder Feuchtgebieten sind die Insekten in den Abendstunden besonders aktiv.
In Ferienwohnungen, Hotels oder Berghütten helfen Fliegengitter an Fenstern und Türen dabei, Mücken aus den Schlafräumen fernzuhalten. Sind keine Fliegengitter vorhanden, empfiehlt es sich, Fenster möglichst nur kurz zum Lüften zu öffnen oder das Licht im Raum auszuschalten, da viele Insekten von Lichtquellen angezogen werden.
Beim Camping oder in einfachen Unterkünften sorgt ein Moskitonetz für zusätzlichen Schutz während der Nacht. Es sollte den Schlafplatz vollständig umschließen und keine Öffnungen aufweisen. Das Netz sollte, wenn möglich, unter die Matratze geklemmt werden, damit kein Schlupfloch für die Parasiten entsteht. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der hat außerdem noch die Möglichkeit, das Moskitonetz mit einem Insektenspray zu imprägnieren.
Wer sein Zelt oder Wohnmobil aufstellt, wählt den Stellplatz nach Möglichkeit nicht direkt neben stehenden Gewässern, da dort mit einer höheren Mückenaktivität zu rechnen ist.
Schon bei der Planung einer Wanderung oder eines Urlaubs lohnt sich ein Blick auf die Gegebenheiten vor Ort. Zecken und Mücken kommen zwar in vielen Regionen der Alpen vor, ihre Häufigkeit hängt jedoch von Landschaft, Klima und Jahreszeit ab.
Zecken bevorzugen feuchte Wälder, Waldränder, hohes Gras und dichtes Unterholz. Besonders in tieferen und mittleren Höhenlagen sind sie weit verbreitet, können aber je nach Witterung auch in höheren Lagen vorkommen. Zusätzlich gibt es Regionen, in denen das Risiko einer FSME-Infektion erhöht ist. Informiert euch daher vor der Reise über mögliche Risikogebiete und prüft, ob eine FSME-Impfung empfohlen wird.
Stechmücken fühlen sich vor allem in der Nähe von Gewässern wohl. Seen, Flüsse, Moore und Feuchtgebiete bieten ideale Lebensbedingungen. Aber auch kleine Wasseransammlungen wie Regentonnen, Gießkannen oder vergessene Eimer können als Brutstätten dienen. Wer eine Wanderung oder einen Campingurlaub in der Nähe von Gewässern plant, sollte besonders in den Morgen- und Abendstunden mit einer höheren Mückenaktivität rechnen.
Auch nach der Tour lässt sich das Risiko eines Zeckenbisses noch verringern. Sucht euren Körper möglichst zeitnah nach Zecken ab. Besonders häufig sitzen sie in Kniekehlen, Leistengegend, Achselhöhlen, am Hals oder hinter den Ohren. Auch am Haaransatz, in Hautfalten und im Schambereich beißen die Parasiten gerne zu. Für schwer einsehbare Stellen solltet ihr euch am besten von einer zweiten Person helfen lassen.
Kontrolliert außerdem eure Kleidung, den Rucksack und andere Ausrüstungsgegenstände. Schüttelt die Kleidung gründlich aus und überprüft, ob sich Zecken darin verhakt haben – besonders dann, wenn Kleidungsstücke während eines Ausflugs auf dem Boden gelegen haben.
Je früher eine Zecke entdeckt und entfernt wird, desto besser. Wie ihr dabei richtig vorgeht und wann ein Arztbesuch sinnvoll ist, erklären wir ausführlich im Artikel zur Behandlung von Zeckenbissen und Mückenstichen.
Vor der Tour:
Während der Tour:
Nach der Tour:
Ein vollständiger Schutz vor Zecken und Mücken ist in der Natur zwar nicht möglich, mit der richtigen Vorbereitung lässt sich das Risiko jedoch deutlich reduzieren. Geeignete Kleidung, umsichtiges Verhalten, geschützte Schlafräume und eine kurze Kontrolle nach der Wanderung gehören zu den wirksamsten Maßnahmen und sorgen dafür, dass der Tag in den Bergen unbeschwert in Erinnerung bleibt.