Burgfreunde Runding e.V. Kirchstraße 6 93486 Runding Deutschland Tel.: +49 9971 856216 tourismus@runding.de https://www.burg-runding.de/
Der Eintritt ist kostenlos.
k.A.
Die Burgruine Runding erhebt sich auf dem 543 Meter hohen Schlossberg oberhalb der Gemeinde Runding im Landkreis Cham. Die ehemalige Höhenburg war mit einer Fläche von rund 15.000 Quadratmetern die größte Burganlage des Bayerischen Waldes. Heute zählt sie zu den bedeutendsten Bodendenkmälern der Oberpfalz und ist als Archäologisches Freilichtmuseum ein beliebtes Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte und Familien.
Die Ursprünge der Burg reichen vermutlich bis ins späte 11. Jahrhundert zurück. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1118 als Stammsitz der Runtinger, eines Ministerialengeschlechts der Markgrafen von Cham und Vohburg. Dank ihrer strategisch günstigen Lage sicherte die Burg wichtige Handelswege zwischen Bayern und Böhmen.
Nach dem Aussterben der Runtinger gelangte die Burg Anfang des 15. Jahrhunderts in den Besitz der Familie Notthafft. Diese ließ die mittelalterliche Festung zu einer repräsentativen Schlossanlage ausbauen. Während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert und später im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg mehrfach beschädigt und geplündert. Mit dem wirtschaftlichen Niedergang ihrer Besitzer verlor sie schließlich an Bedeutung und verfiel nach dem Übergang an den Bayerischen Staat im Jahr 1829 zunehmend.
Erst Ende des 20. Jahrhunderts begann die Gemeinde Runding gemeinsam mit dem Burgförderverein, die erhaltenen Mauerreste zu sichern und die Geschichte der Anlage durch archäologische Ausgrabungen wieder sichtbar zu machen.
Zwischen 1999 und 2011 wurde die Burgruine umfassend archäologisch untersucht. Heute führt ein Rundweg durch das Archäologische Freilichtmuseum und erschließt die freigelegten Überreste der ehemaligen Burg. Zu sehen sind unter anderem Teile der Ringmauer, der Hauptburg, des Zwingers, der Toranlagen sowie die Grundmauern mehrerer Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Informationstafeln erläutern die Funktion der einzelnen Bauwerke und geben Einblicke in den Alltag auf einer mittelalterlichen Burg.
Bei den Ausgrabungen wurden mehrere hunderttausend Fundstücke entdeckt – darunter Keramik, Waffen, Werkzeuge und Alltagsgegenstände. Ein Teil dieser Funde ist in einer Ausstellung in der Alten Kirche von Runding zu sehen. Ergänzend informiert eine digitale Burg-App über die Geschichte der Anlage und ihre archäologischen Besonderheiten.
Neben ihrer historischen Bedeutung überzeugt die Burgruine auch durch ihre Lage. Vom Schlossberg eröffnen sich weite Ausblicke über Runding, das Chambtal und die bewaldeten Höhen des Bayerischen Waldes. Der frei zugängliche Burghügel eignet sich hervorragend als Ziel einer Wanderung oder eines Spaziergangs und lässt sich gut mit weiteren Ausflügen in den Naturpark Oberer Bayerischer Wald verbinden.
Die Burgruine dient heute regelmäßig als Veranstaltungsort für Konzerte, Theateraufführungen und kulturelle Veranstaltungen. Außerdem werden Führungen angeboten, bei denen Besucher mehr über die Geschichte der Burg und die Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen erfahren. Während der Sommermonate finden regelmäßig öffentliche Rundgänge mit den Burgfreunden Runding statt.
Die Burgruine ist ganzjährig frei zugänglich und der Eintritt ist kostenlos. Parkplätze befinden sich in der Ortsmitte von Runding. Von dort führt ein etwa 500 Meter langer Fußweg in rund fünf bis sieben Minuten hinauf zur Burgruine. Die Anlage ist aufgrund des steilen Burgbergs und der historischen Wege nicht barrierefrei zugänglich.
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