Heilig-Grabkirche Deggendorf Luitpoldplatz 94469 Deggendorf Deutschland Tel.: +49 991 371660 pfarrei@mariae-himmelfahrt.de https://mariae-himmelfahrt.de/portfolio/grabkirche/
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Die Heilig-Grabkirche in Deggendorf zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der niederbayerischen Stadt. Sie befindet sich direkt am Luitpoldplatz in der historischen Altstadt und prägt mit ihrer imposanten Architektur das Stadtbild. Die ursprünglich im 14. Jahrhundert errichtete gotische Basilika verbindet eindrucksvolle Baukunst mit einer bewegten Geschichte.
Besonders beeindruckend ist der rund 70 Meter hohe Kirchturm, der zu den schönsten Barocktürmen Süddeutschlands zählt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 1. September 1722. Nach den Plänen des Münchner Architekten Johann Baptist Gunetzrhainer begann Stadtmaurermeister Johann Mayr mit dem Bau. Die Fertigstellung übernahm ab 1723 sein Schwiegersohn Johann Michael Fischer. Am 9. Oktober 1727 wurde der Turm vollendet. Die feierliche Weihe fand zu Ostern 1728 statt.
Nach einer umfassenden Sanierung präsentiert sich die Heilig-Grabkirche seit 2012 in neuem Glanz. Das Kircheninnere wurde bereits 1868 weitgehend im neugotischen Stil umgestaltet. Zu den bedeutendsten Kunstwerken zählt der sogenannte Bäckeraltar aus der Zeit um 1510. Der geschnitzte Flügelaltar zeigt unter anderem die Flucht nach Ägypten sowie weitere Szenen aus der Bibel. Teile des früheren Gedenkaltars, der 1604 als „Judenaltar“ erwähnt wurde, sind heute im Hochaltar erhalten.
Die Geschichte der Heilig-Grabkirche ist eng mit einem dunklen Kapitel der Stadtgeschichte verbunden. Im Jahr 1338 wurden die jüdischen Bewohner Deggendorfs bei einem Pogrom ermordet. Während Legenden von einem angeblichen Hostienfrevel berichteten, gehen Historiker heute davon aus, dass wirtschaftliche Motive und Schulden eine wesentliche Rolle spielten.
Vermutlich entstand die Heilig-Grabkirche nach 1338 innerhalb der Stadtmauern auf dem Gelände der ehemaligen Synagoge. Die Weihe der Kirche erfolgte 1361 zu Ehren der Apostel Petrus und Paulus sowie des Leibes Christi.
Über Jahrhunderte war die Heilig-Grabkirche Ziel der sogenannten „Deggendorfer Gnad“, einer Wallfahrt, die später als antijüdisch bewertet wurde. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse und zunehmender Kritik an den historischen Hintergründen wurde die Wallfahrt im Jahr 1992 eingestellt.
Heute ist die Heilig-Grabkirche ein bedeutendes Kulturdenkmal in Deggendorf und ein wichtiger Ort der Erinnerungskultur. Besucher erleben hier nicht nur beeindruckende gotische und barocke Architektur, sondern auch ein Bauwerk, das die komplexe Geschichte der Region widerspiegelt.
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