Gutau, Österreich

Liegt auf:589 m

Einwohner:2704

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Gutau

Gutaus Geschichte begann 1122

Im Bezirk Freistadt liegt der malerische Ort Gutau, mitten im Mühlviertel in Oberösterreich. Er wurde 1122 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Der aus dem Mittelhochdeutschen stammende Ortsname bedeutet gutes Land. Das kommt nicht von ungefähr. Von der Gesamtfläche mit knapp 46 Quadratkilometern sind fast 40 Prozent bewaldet, der Rest wird landwirtschaftlich genutzt. Diese Bewirtschaftung brachte den Bewohnern schon im Mittelalter das Marktrecht ein und machte sie zu einer Marktgemeinde. Unter dem Schutz des Marktherrn - das konnte ein König, Fürst oder Bischof sein - war es den Bürgern gestattet, einen ständigen Wochenmarkt abzuhalten, um ihre Waren zu verkaufen.

Sanfte Hügel und dichte Wälder

Aus der damals kleinen Siedlung, die nur wenige Häuser umfasste, ist eine Gemeinde mit 2719 Einwohnern geworden. Das Gemeindegebiet hat heute 17 Ortschaften, die alle im historischen Mühlviertel liegen, einem der vier sogenannten Viertel von Oberösterreich. Dieser Teil liegt nördlich der Donau und grenzt im Westen an Bayern. So verwundert es kaum, dass dort ein mittelbairischer Dialekt gesprochen wird, wie in ganz Oberösterreich. Die Landschaft des Mühlviertels beeindruckt mit sanften Hügeln, dichten Wäldern, Seen, Wiesen und Mooren, wo Fischotter und Luchse zu Hause sind und Böhmischer Enzian wächst.

Denkmalgeschützte Kostbarkeiten

Auch an anderen Sehenswürdigkeiten mangelt es den Gutauern nicht. Denkmalgeschützte Gebäude wie die einstige Huf- und Waffenschmiede der Ritter von Prandegg, ein Pranger aus dem 17. Jahrhundert, eine barocke Kapelle aus dem Ende des 18. Jahrhunderts und die spätgotische Kirche des Heiligen Ägidius mit ihren drei Schiffen aus dem 16. Jahrhundert. Ein Schmuckstück der Pfarrkirche ist der Hochaltar von 1679, dazu noch Schloss Tannbach, eine private Schlossanlage mit einem großen Gutsbetrieb.

Färben wie im Mittelalter

Zu den Highlights in Gutau zählt das Färbermuseum, eines der letzten seiner Art in ganz Österreich und heute Baudenkmal. Neben der Landwirtschaft war das Färbehandwerk seit dem 17. Jahrhundert eine lukrative Einnahmequelle in der Region. Zahllose Webereien, an die die Weberstraße in Gutau erinnert, stellten Leinenstoffe her die im Färberhaus im damals klassischen Indigoblau eingefärbt wurden.

Mittelpunkt des Museums ist heute die über 300 Jahre alte Mangel, die noch immer funktioniert. Der gefärbte Leinenstoff wurde über die Holzwalzen gerollt, um dem Stoff einen bestimmten Glanz zu verleihen, der damals sehr begehrt war. Museumsbesucher können jeden einzelnen Schritt nachverfolgen, den ein Stoff vom Garn bis zum fertigen Kleidungsstück durchlief. Noch heute treffen sich jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai Leinenweber und Färber auf dem Färbemarkt in Gutau, wo Blaudruckstoffe und fertige Kleidungsstücke wie Trachten im traditionellen Blau angeboten werden, das Ganze zünftig untermalt von Blasmusik.

Autor & © Schneemenschen GmbH 2024

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