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Blühende Bergwiese

Auf Fernwanderwegen über die Alpen

Zu Fuß das mächtige Gebirge durchqueren

Ein Mal die Alpen zu Fuß überwinden: Davon träumen viele Wanderer, Gleich mehrere Fernwanderwege führen von Norden nach Süden über die Alpen, darunter der berühmte Traumpfad München-Venedig. Wer besonders ausdauern ist und die ultimative Herausforderung sucht, der kann sich auch an eine Alpenüberquerung von Ost nach West machen: Die Via Alpina führt in 161 Etappen von Slowenien nach Monaco.

Auf fünf Wegen durch die Alpen: Via Alpina (E5)

Die Via Alpina besteht aus fünf einzelnen Routen, die durch acht Alpenländer führen und insgesamt eine Streckenlänge von rund 5.000 Kilometern haben, die sich auf 342 Tagesetappen aufteilen. Die Via Alpina führt dabei durch Italien, Slowenien, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Frankreich und Monaco. Die meisten Etappen verlaufen in Italien (121), durch Deutschland führen 30 Tagesrouten.

Die längste Route der Via Alpina ist der Rote Weg, der über 161 Etappen durch alle achte Länder führt und dabei mehrmals den Alpenhauptkamm überquert. Die Strecke beginnt in Muggia bei Triest und endet in Monaco.

Der Blaue Weg verläuft durch die Schweiz, Italien und Frankreich und führt von Riale am Tosafall in den Walliser Alpen bis nach Sospel im Südosten Frankreichs. Die kürzeste Strecke ist der Grüne Weg, der über 14 Etappen von Triesenberg in Liechtenstein nach Lenk im Berner Oberland (Schweiz) führt.

In Muggia bei Triest ist der Startpunkt des Gelben Wegs, der über weite Teile durch Italien führt und in Oberstdorf in Deutschland endet. Auf seinem Weg führt die Strecke unter anderem im Ötztal an der Fundstelle des Steinzeitmenschens vorbei.

Der Violette Weg führt durch Slowenien, Österreich und Deutschland und beginnt bei der Hütte Tržaška koca na Dolicu in der Nähe des Vrata-Tals und führt in 66 Tagesetappen durch vier Nationalparks bis nach Oberstdorf.

Auf dem Traumpfad von München nach Venedig

Der Traumpfad München-Venedig führt – wie der Name schon verrät – vom Marienplatz in München bis zum Markusplatz in Venedig. Zwischen diesen beiden Punkten sind gut 500 Kilometer durch den Karwendel, das Inntal, die Tuxer Alpen und die Dolomiten zurückzulegen. Der höchste Punkt der Tour ist die knapp 3.000 Meter hohe Friesenbergscharte.

Der Traumpfad ist kein offizieller Fernwanderweg, sondern wurde vom Hobby-Wanderer Ludwig Graßler in den 1970er Jahren erstmals begangen und beschrieben. Seitdem erfreut sich der Weg großer Beliebtheit, da er an vielen der schönsten Punkte der Ostalpen vorbei führt. Für die Tour benötigt man ungefähr 28 Tage.

Von Nord nach Süd: Der Fernwanderweg E1

Der Fernwanderweg E1 verläuft vom Nordkap in Norwegen – dem nördlichsten Punkt des europäischen Festlands – bis nach Salerno im Süden Italiens. Die Streckenlänge beträgt insgesamt rund 7.000 Kilometer. Allerdings sind nicht alle Streckenabschnitte bisher durchgehend angelegt und gekennzeichnet. Der Teilabschnitt durch Deutschland und die Alpen bis Italien ist jedoch gut ausgeschildert.

In Deutschland beginnt der E1 in Flensburg und führt über Hamburg, durch den Teutoburger Wald und das Sauerland durch den Taunus nach Frankfurt am Main. Von dort geht es weiter durch den Kraichgau und den Schwarzwald bis zum Bodensee. Bei Konstanz verlässt der E1 deutschen Boden und führt durch die Schweiz unter anderem am Vierwaldsättersee vorbei und über den Gotthardpass. Hier ist zugleich die höchste Stelle dieses Fernwanderwegs erreicht. Weiter geht es nach Italien über die Po-Ebene und die Ligurischen Alpen hinaus aus dem Gebirge.

Gekennzeichnet ist der E1 durch ein weißes Andreaskreuz auf schwarzem Grund (im Schwarzwald ist es eine rote Raute). Im Bereich der Schweiz gibt es keine extra Wegkennzeichnung für den E1, aber die Wege sind gut ausgeschildert.

Auf dem E4 über die Alpen

Der Wanderweg E4 soll bei Fertigstellung das Kap St. Vinzenz in Portugal in einem großen Bogen mit Zypern verbinden, allerdings sind einige Streckenabschnitte in Osteuropa noch nicht fertig gestellt. Der E4 ist der mit Abstand längste geplante Fernwanderweg mit einer Länge von über 10.000 Kilometern.

Im Alpenraum verläuft der E4 über Frankreich und die Schweiz zum Bodensee und von dort weiter durch Deutschland und Österreich: In Frankreich führt der Weg zunächst durch das Savoyen und dann über den Kammweg des Jura, bevor bei Petit Sonnailley die Schweiz erreicht wird. Dort verläuft die Tour ein Stück entlang der französischen Grenze, bevor es weiter auf dem Kamm der Jurakette geht. Über Winterthur, Zürich und Kreuzlingen wird der Bodensee und damit Deutschland erreicht. Hier teilt sich der Weg in zwei Varianten: Ein einfacherer Weg führt durch das Alpenvorland entlang des Maximilianswegs, eine hochalpine, anspruchsvolle Variante führt durch das Gebirge. Über Füssen, das Ammergebirge, die Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen führt der Weg nach Österreich. Grenzübergang ist bei Bayerisch Gmain, von Salzburg verläuft die Strecke Richtung Wien und verlässt das Alpengebiet.

Hinweis: Die dargestellten Touren entsprechen annäherungsweise dem tatsächlichen Tourverlauf, sollten jedoch nicht als Grundlage einer Wanderung genutzt werden.