Tourist-Information Stadtplatz 1 84529 Tittmoning Deutschland Tel.: +49 (0) 8683 700710 tourist-info@tittmoning.de https://www.burg-tittmoning.de
Eintritt Gerbereisammlung frei; Führung Burg Tittmoning mit Museum Rupertiwinkel: 8,00 €, ermäßigt: 6,00 €
Öffnungszeiten des Museum Rupertiwinkel mit Gerberei: 1. Mai bis 3. Oktober, Do-So von 14 bis 16 Uhr, Besichtigung ohne Führung: nur Handwerker-, Landwirtschafts- und Scheibensaal des Museums sowie Gerberei, 1. Mai bis 3. Oktober, Do-So von 14 bis 16 Uhr
Die Burg Tittmoning thront auf einem Geländesporn oberhalb der Altstadt von Tittmoning und der Salzach. Die Höhenburg wurde 1234 vom Salzburger Erzbischof Eberhard II. als Grenzfeste gegen das bayerische Burghausen errichtet und zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Burganlagen im Chiemgau. Durch ihre strategische Lage am Ponlachgraben war die Burg hervorragend zu verteidigen: Ein tiefer Halsgraben sowie zwei Burgtore mit Zugbrücken erschwerten Angreifern den Zugang.
Mit der Gründung der Burg wurde Tittmoning gleichzeitig befestigt und zur Stadt erhoben. Als Sitz eines erzbischöflichen Pflegers war die Burg über Jahrhunderte Verwaltungszentrum des Salzburger Herrschaftsgebiets im Rupertiwinkel. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage kontinuierlich erweitert. Um 1500 entstand der markante Getreidekasten ("Troadkasten"), dessen steiles ziegelrotes Halbwalmdach noch heute das Erscheinungsbild der Burg prägt.
Während des Salzkriegs wurde die Burg 1611 schwer beschädigt. Wenige Jahre später ließ Erzbischof Markus Sittikus die Anlage durch den Baumeister Santino Solari, den Erbauer des Salzburger Doms, zu einem repräsentativen Jagdschloss umbauen. 1693 erhielt die Schlosskapelle ein barockes Altarbild des Malers Johann Michael Rottmayr. Nach dem Übergang Tittmonings an Bayern im Jahr 1816 verlor die Burg ihre ursprüngliche Bedeutung und verfiel zunehmend. Erst nachdem die Stadt die Anlage ab 1852 schrittweise erwarb, konnte sie erhalten und restauriert werden.
Heute beherbergt die Burg das Museum Rupertiwinkel, das seit 1911 in den historischen Räumen untergebracht ist. Auf 23 Schauräumen werden archäologische Funde, ein römischer Mosaikboden, historische Möbel, Trachten, Volkskunst, Öfen, Werkzeuge und Alltagsgegenstände aus dem Rupertiwinkel präsentiert. Viele Räume besitzen noch originale Böden und Holzdecken aus dem 17. Jahrhundert.
Im ehemaligen Getreidekasten befindet sich außerdem das Gerbereimuseum, das die Geschichte des traditionellen Gerberhandwerks in Tittmoning dokumentiert. Ergänzt wird das Museumsangebot durch wechselnde Sonderausstellungen. Außerhalb der Museumsräume können Besucher den Burghof, die Zwingeranlagen und die Festungsmauern frei erkunden. Von dort bieten sich schöne Ausblicke auf die Altstadt von Tittmoning und das Salzachtal.
Die Burg ist heute ein bedeutender Kulturstandort der Region. Regelmäßig finden im Burghof Konzerte, Theateraufführungen, Märkte und Ausstellungen statt. Zu den bekanntesten Veranstaltungen zählen die Historischen Burgtage sowie der Colloredomarkt, ein Kunsthandwerkermarkt, der an die mehr als 1.000-jährige Zugehörigkeit Tittmonings zum Erzstift Salzburg erinnert.
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