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Nikolaikirche Isny

Isny, Deutschland

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Der heilklimatische Kurort Isny liegt auf 700 Höhenmetern im württembergischen Allgäu an der Landesgrenze zu Bayern. Isny hat rund 13.500 Einwohner und wird im Osten durch die Adelegg, einen stark bewaldeten Ausläufer der Allgäuer Alpen, begrenzt.

Religion in Isny

Die Gemeinde Isny gilt als eins der Reformationszentren im Allgäu und wurde 1529 protestantisch. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts durften wieder Katholiken hierhin ziehen. Heutzutage sind wieder deutlich mehr katholische als protestantische Bewohner in Isny.

Die Nikolaikirche

Die Nikolaikirche ist die evangelische Kirche Isnys und liegt zentral in der Nähe des Schlossgrabens. Es handelt sich bei dem Bau um eine dreischiffige Pfeilerbasilika, die Nachfolgekirche der Leute-Kirche, die nah bei der Klosterkirche stand.

Die Nikolaikirche wurde 1288 unter Baumeister Heinrich von Brunow neu erbaut. Erhalten geblieben sind die Mauern des Langhauses, die Rundbogenfenster, die Arkadenbögen im Innern sowie der Turm bis zur Glockenstube. Der Chor wurde im 15. Jahrhundert bei einer Restauration hinzugefügt und ist spätgotisch.

1631 gab es ein großes Feuer in Isny, dem das Kircheninnere zum Opfer fiel. Aber der Wiederaufbau erfolgte bereits fünf Jahre später, der Turm erhielt sein bis heute erhaltenes Zwiebeldach. In den Jahren 1971/1972 wurde die Nikolaikirche erneut restauriert. Im Chorbogen findet sich die Kreuzigungsgruppe des Künstlers Ulrich Henn.

Die Predigerbibliothek in der Nikolaikirche

Predigerbibliothek / © Klaus Graf, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Bedeutungsvoll ist die originale Predigerbibliothek mit über 1.000 Bänden und 340 Reformationsdrucken. Die Bücher galten den Predigern im 15. Jahrhundert zur wissenschaftlichen Fortbildung und Predigtvorbereitung.

Hier findet man in den bis zu 3 m hohen und voll gefüllten Stehregalen Werke von Melanchthon oder Luther und kostbare Drucke aus der Zeit nach der Erfindung des Buchdrucks.

Diese Bibliothek überstand fünf Jahrhunderte mit Kriegen und Bränden, man kann außerdem noch das Mobiliar aus dem 15. Jahrhundert bewundern.

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