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Mit Rad, Ballon oder Seilbahn über die Alpen

Eine Alpenüberquerung ist nicht nur zu Fuß möglich

Wer nicht zu Fuß über die Alpen wandern möchte, dem stehen viele andere Möglichkeiten offen. Viele wagen sich jedes Jahr an eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad. Wer weniger sportlich ist, kann aber auch mit dem Segelflugzeug oder der Seilbahn über die Alpen schweben.

Alpenüberquerung mit dem Fahrrad

Die Alpenüberquerung mit dem Fahrrad wird Transalp oder Alpencross genannt und ist wie die Wanderung zu Fuß sehr beliebt.

Die erste Alpenüberquerung mit dem Fahrrad wurde vermutlich vom Bergführer Andi Heckmair im Jahr 1989 erarbeitet. Der Startpunkt dieser ersten Tour war Oberstdorf, das Ziel lag am Gardasee. Diese Strecke wird nach ihrem Erfinder heute noch Heckmair-Route genannt.

Mountainbiker in den Alpen
Mit dem Mountainbike über die Alpen
© filorosso.eu - Manfred Gerber / pixelio.de

Die meisten Touren für eine Transalp starten am nördlichen Alpenrand zwischen dem Bodensee und Salzburg. Die Zielorte der Routen sind vielfältig, viele enden jedoch wie die Heckmair-Route am Gardasee. Die Routen sind meist auf eine Tourdauer von fünf bis zehn Tage ausgelegt. Maßkriterium für die Schwierigkeit einer Tour sind vor allem die überwundenen Höhenmeter, nicht primär die gefahrenen Kilometer. Außerdem unterscheiden sich die Touren je nach Fahrradtyp, der benutzt wird: Ob mit dem Rennrad auf asphaltierten Straßen, mit dem Mountainbike über Stock und Stein oder mit dem Trekkingrad.

Von München bis Verona

Eine gute Route für Trekkingrad-Fahrer ist die Alpenüberquerung von München bis Verona bzw. die kürzere Strecke von Bad Tölz nach Bozen über den Brenner. Diese Strecke führt nahezu verkehrsfrei über den Brennerpass und bis auf den Alpenhauptkamm müssen keine schwierigen Steigungen erklommen werden. Von Bad Tölz bis Bozen sind es etwa 300 Kilometer und 3.500 Höhenmeter, die überwunden werden müssen. Die Strecke ist auch für Normaltrainierte gut machbar, wer sportlich ambitionierter ist, kann anspruchsvollere Varianten des Wegs fahren.

Pause mit Aussicht in den Bergen
In den Pausen kann man die grandiose Aussicht genießen. © Dr. Klaus-Uwe Gehrhardt / pixelio.de

Der Alpe Adria Radweg

Eine weitere Alternative für Freizeit-Sportler ist der Alpe Adria Radweg von Salzburg an den Golf von Venedig. Von der Mozartstadt aus fährt man auf dem Tauern-Radweg entlang der Salzach in die Berge. Dort geht es auf dem Gasteinertal-Radweg weiter bis nach Bad Gastein – wer den Aufstieg scheut, der teilweise über eine stark befahrene Bundesstraße führt, kann mit Bus oder Bahn bis Bad Gastein fahren.

Auch den Alpenhauptkamm muss man nicht selbst erradeln, sondern man kann sich mit einem Bahnshuttle hinauf bringen lassen. Dann geht es weiter durch das Mölltall und auf dem Drau-Radweg an die italienische Grenze ins Fellatal. Nach 410 Kilometern erreicht man dann das Fischerdorf Grado am Golf von Venedig als Ziel. Der Tour ist in sieben Tagesetappen von maximal 74 Kilometern gut zu meistern.

Die Via Claudia Augusta

Mountainbiken in den Alpen
  Mit dem Mountainbike fährt man abseits der Wege. © filorosso.eu - Manfred Gerber / pixelio.de

Ein Klassiker unter den Transalp-Strecken ist die Via Claudia Augusta von Augsburg nach Venedig, die über 900 Kilometer führt. Als höchster Punkt wird dabei der 1.455 Meter hohe Reschenpass erklommen. Die Strecke führt zumeist auf Radwegen oder wenig befahrenen Nebenstraßen. Wer die beiden kurzen Teilstrecken auf einer Hauptverkehrsstraße umgehen möchte, kann mit dem Postbus fahren.

Ein guter Tipp für die Heimreise: Wer die Alpen überquert hat, der muss auch irgendwie wieder zurück. Vom Gardasee aus fährt jeden Samstag ein "Bike & Bus"-Shuttle direkt nach München zurück. Die einfache Fahrt kostet 42 Euro, die Fahrräder werden in einem speziellen Anhänger untergebracht.

Geführte Fahrradtouren über die Alpen

Auch für Alpenüberquerungen mit dem Rad gibt es viele Anbieter, die geführte Fahrradtouren für kleine Gruppen anbieten. Dabei gibt es meist zwei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen, die sich nach der Etappenlänge und den zu erklimmenden Höhenmetern unterscheiden.

Vorteil einer geführten Tour ist die Organisation der Übernachtungen und der Route, um die man sich nicht kümmern muss. Außerdem wird das Gepäck meist zur nächsten Übernachtungsstation gefahren und muss nicht selbst transportiert werden. Für die Rückfahrt von Mensch und Rad zum Ausgangspunkt ist bei organisierten Touren ebenfalls gesorgt.

Segelflugzeug, Ballon oder Seilbahn: Alpenüberquerungen mit anderen Hilfsmitteln

Weniger anstrengend, aber mit toller Aussicht sind Alpenüberquerungen in der Luft. Eine Möglichkeit ist die Querung der Alpen mit einem Segelflugzeug. Die Flugrouten führen dabei zumeist über den Brennerpass oder den Malojapass. Die erste Alpenüberquerung im Segelflugzeug gelang übrigens 1936 Heini Dittmar aus Bad Kissingen.

Ballonfahrt über die Alpen
Nur an wenigen Tagen möglich: Mit dem Ballon über die Alpen. © Anneliese Schneider / pixelio.de

Ein besonderes Erlebnis ist auch die Alpenüberquerung mit dem Heißluftballon. Dies liegt vor allem daran, dass eine Überquerung aufgrund der meteorologischen Bedingungen nur sehr begrenzt möglich ist. Die benötigten Voraussetzungen sind nur an wenigen Tagen im Winterhalbjahr gegeben. Dann aber kann man innerhalb von drei bis fünf Stunden von Süddeutschland über die Alpen nach Italien fahren.

Unabhängig von der Thermik und der eigenen Sportlichkeit ist man bei einer Alpenüberquerung mit der Seilbahn. Dies ist von Chamonix in Frankreich nach Courmayeur in Italien in vier Etappen möglich. Mit einer Großkabinen-Gondel überwindet man dabei die ersten beiden Teilstücke von Chamonix auf den Aiguille du Midi in 3.777 Metern Höhe. Von dort geht es mit einer Gondelbahn auf den Vallée Blanche und von dort aus hinab nach Courmayer ins Aostatal. Zurück nach Chamonix kommt man dann per Autobus durch den Mont-Blanc-Tunnel - eine Alpenunterquerung.

Eine besondere Herausforderung ist die Alpenüberquerung per Gleitschirm und zu Fuß, das sogenannte Biwakfliegen. Dabei überwindet man die Alpen nur durch den Flug mit einem Gleitschirm, die Zwischenpassagen werden erwandert.