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Das Lagginhorn (4.010 m) gehört zu den meistbestiegenen Viertausendern der Schweiz und gilt als einer der zugänglichsten Gipfel über 4.000 Meter. Der markante Felsberg in den Walliser Alpen überzeugt mit einer abwechslungsreichen Gratbesteigung, spektakulären Ausblicken und vergleichsweise moderaten technischen Anforderungen. Dennoch sollte das Lagginhorn keinesfalls unterschätzt werden: Alpine Erfahrung, Trittsicherheit sowie eine ausgezeichnete Kondition sind für eine sichere Besteigung unerlässlich.
Das Lagginhorn befindet sich im Schweizer Kanton Wallis in der Weissmiesgruppe der Walliser Alpen. Es erhebt sich oberhalb des Saastals zwischen Saas-Grund und dem Simplongebiet. Direkt südlich liegt das höhere Weissmies (4.017 m), während sich nördlich das Fletschhorn anschließt.
Mit einer Höhe von 4.010 Metern zählt das Lagginhorn zu den 82 offiziellen Viertausendern der Alpen. Besonders bemerkenswert ist seine überwiegend felsige Struktur. Im Gegensatz zu vielen anderen Viertausendern sind auf der Normalroute heute keine ausgedehnten Gletscherpassagen mehr erforderlich, weshalb der Berg häufig als idealer Einstieg in die Welt der Viertausender beschrieben wird. Dennoch handelt es sich um eine anspruchsvolle Hochtour im hochalpinen Gelände.
Die Erstbesteigung des Lagginhorns gelang am 26. August 1856. Der britische Alpinist Edward Levi Ames erreichte gemeinsam mit den einheimischen Bergführern Johann Josef Imseng und Franz Andenmatten sowie weiteren Begleitern den Gipfel über den heutigen Normalweg am Westsüdwestgrat.
Bemerkenswert ist, dass bereits die Erstbesteiger jene Route wählten, die bis heute als Standardanstieg gilt. Damit gehört das Lagginhorn zu den traditionsreichsten klassischen Hochtourenzielen der Schweiz und spielte während des sogenannten „Goldenen Zeitalters des Alpinismus“ eine bedeutende Rolle bei der Erschließung der Walliser Viertausender.
Für eine Besteigung stehen mehrere alpine Stützpunkte zur Verfügung.
Die Weissmieshütte ist der klassische Ausgangspunkt für die Normalroute. Sie liegt oberhalb von Saas-Grund und ist entweder über einen Wanderweg oder mit Unterstützung der Hohsaas-Bergbahn erreichbar. Von der Hütte beträgt die Gehzeit bis zum Gipfel in der Regel vier bis fünf Stunden.
Das Berghaus Hohsaas befindet sich an der Bergstation der Hohsaas-Bahn. Viele Alpinisten übernachten hier oder nutzen die Bahn, um den Zustieg deutlich zu verkürzen. Von Hohsaas führt der Zustieg hinüber zur Weissmieshütte beziehungsweise direkt zum Einstieg des Westgrates.
Das Lagginbiwak spielt vor allem für Überschreitungen und anspruchsvollere Routen eine Rolle und wird deutlich seltener genutzt als die Weissmieshütte.
Normalweg über den Westsüdwestgrat
Die klassische Route führt von der Weissmieshütte über Blockgelände auf den langen Westsüdwestgrat. Im oberen Abschnitt wechseln sich leichte Kletterei bis zum II. Schwierigkeitsgrad, ausgesetzte Passagen und einfache Schrofen ab.
Die Route wird nach SAC-Skala mit WS (wenig schwierig) bewertet. Trotz der moderaten Bewertung sind sichere Verhältnisse entscheidend. Schnee, Vereisung oder Steinschlag können die Anforderungen erheblich erhöhen.
Südgrat
Der Südgrat zählt zu den klassischen Genussklettereien am Lagginhorn. Er verlangt sicheres Klettern im II. bis III. Schwierigkeitsgrad, Orientierungsvermögen und Erfahrung im kombinierten Gelände. Die Route ist deutlich anspruchsvoller als der Normalweg.
Nordgrat und weitere Varianten
Für erfahrene Alpinisten existieren weitere Routen über Nordgrat, Ostsporn oder in Kombination mit einer Überschreitung vom Fletschhorn. Diese Anstiege bewegen sich im Bereich **AD** oder schwieriger und setzen umfangreiche alpine Erfahrung voraus.
Obwohl das Lagginhorn häufig als Einsteiger-Viertausender bezeichnet wird, sollten Bergsteiger die objektiven Gefahren keinesfalls unterschätzen.
Zu den wichtigsten Anforderungen gehören:
Besonders beim Abstieg ereignen sich regelmäßig Unfälle. Gründe sind Ermüdung, Wetterumschwünge oder vereiste Passagen. Eine sorgfältige Tourenplanung und stabile Wetterbedingungen sind daher unverzichtbar.
Das Lagginhorn verbindet klassische Alpingeschichte mit einer abwechslungsreichen Hochtour und gehört zu den attraktivsten Viertausendern der Schweiz. Seine überwiegend felsige Normalroute macht den Gipfel besonders interessant für Bergsteiger, die erste Erfahrungen oberhalb der 4.000-Meter-Marke sammeln möchten. Gleichzeitig verlangt der Berg eine realistische Selbsteinschätzung, alpine Routine und stabile Wetterverhältnisse. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, erlebt man am Lagginhorn eine eindrucksvolle Gratbesteigung mit spektakulären Ausblicken auf Weissmies, Fletschhorn und die umliegenden Walliser Alpen.
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