Touren in der Region:
Das Tal der vier Jahreszeiten
Vinschgau oder Val Venosta heißt das rund 80 km lange Tal der Etsch von ihrem Ursprung am Reschenpass (1.507 m) bis knapp vor Meran (324 m). Der Ortler als höchster Berg Italiens, der Nationalpark Stilfserjoch als größtes Schutzgebiet des Landes und einige der schönsten kulturhistorischen Zeugen aus Mittelalter, Romanik und Karolingerzeit stammen aus dem Tal. Der Sonnenreichtum ist zusammen mit ausgeklügelten Bewässerungssystemen - den so genannten Waalen - seit Generationen dafür verantwortlich, dass hier eines der fruchtbarsten Täler Südtirols liegt. Zu den Regionen des Vinschgau zählt der Reschenpass mit Reschen, St. Valentin und Langtaufers, das Obervinschgau mit den Orten Mals/Burgeis, Glurns und Schluderns, Taufers im Martelltal, Ortlergebiet mit den Orten Sulden, Prad, Trafoi, Gomagoi, Stilfs und Stilfserjoch. Schlanders/Laas, Martelltal, Kastelbell Tschars und die Region Latsch mit Goldrain, Morter und Tarsch.
Gelebtes Brauchtum und `sagenhafter` Reichtum
Tradition ist heute noch ein wichtiger Begriff, der den Südtiroler Vinschgau prägt: Vom Zusselrennen am `Unsinnigen Donnerstag`, dem `Pfluagziachn`, den Maschger-Bräuchen bis zum Scheibenschlagen wird hier die Faschingszeit mit uralten heidnischen Ritualen begangen. Den `Langes` endgültig willkommen heißen die `Goaßlschnöller` im Mai. Und die Herz-Jesu-Feuer nach Fronleichnam erinnern alljährlich an die Bedrohung des Landes Tirol 1796 durch französische Truppen. Einen Besuch wert ist auch das sagenhafte Glurns, die kleinste Stadt Südtirols mit ihren mittelalterlichen Häusern, Laubengängen, Stadttoren, Kirchen und Wehrgängen und der vollständig erhaltenen Stadtmauer. Hier soll es einst einen berühmten Mäuseprozess gegeben haben, in dem die Glurnser die Mäuse auf unbefugten Feld- und Gartenfrevel verklagten. Und bei einer Schifffahrt am Reschensee erzählt der Kapitän die fast unglaubliche aber doch wahre Geschichte vom versunkenen Kirchturm im See.
Lieblingsgerichte aus dem Vinschgau
Der Vinschgau ist das kulinarische Aushängeschild Südtirols. Vielseitig wie die Landschaft zwischen Meran und dem Reschenpass zeigen sich auch die Früchte, die Küche und der Weinkeller des Vinschgaus. Das rund 80 km lange Tal hat sich im Laufe von rund 100 Jahren zum Feinkostladen Südtirols entwickelt: Marillen, Erdbeeren, Spargel, Feigen, Kiwis und Beeren sind Botschafter aus dem Tal ganz im Westen Südtirols. Man kann das ganze Jahr über aus dem Vollen schöpfen: Teigtaschen mit frischem Spargel, Fettucine mit Wildragout, Knödel mit Pfifferlingen, Schüttelbrot und Speck, Paarlen und Vinschgerl, Schlutzkrapfen und Gnocchi, gebratene Kastanien, Erdbeer- und Marillenknödel mit Mandeleis, Vinschger Johannisbeerkuchen, `Apfelkiachl` oder Vinschger Schneemilch lassen sich Feinschmecker auf der Zunge zergehen. Der Vinschgau bringt auch auszeichnete Weine hervor.
Nationalpark Stilfserjoch
Der 1935 geschaffene Nationalpark Stilfser Joch ist ein gelungenes Beispiel für die friedliche Koexistenz von Natur- und Kulturlandschaft. Hier finden sich alle Formenelemente: vom 4.000 Meter hohen Ortler, einem vergletscherten Hochgebirge, über Almen und Hangterrassen bis hinunter in die Talböden.
Der 135.000 Hektar große Nationalpark - von dem allerdings nur ein gutes Drittel auf Südtiroler Gebiet liegt - versteht sich nicht als abgeschottetes Naturschutzgebiet oder als steriles Freilichtmuseum. Um Einheimische und Gäste mit dieser Einrichtung vertraut zu machen, werden geführte Wanderungen, Exkursionen, Diavorträge und vieles andere angeboten.
Dem Wolf oder dem Bären begegnet man im Nationalpark zwar nicht, doch die Vielfalt an hier lebenden Tieren ist atemberaubend: Hirsche, Rehe, Gämsen, Steinbock, Fuchs und Murmeltier, sogar Dachs und Wiesel sind hier zu Hause. Wer offenen Auges durch den Park geht, wird auch Bussarde, Sperber, Eulen und Steinadler entdecken.








