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Der Deutsche Wetterdienst gibt in Bezug auf die Klimaentwicklung eine düstere Prognose ab
Der Deutsche Wetterdienst gibt in Bezug auf die Klimaentwicklung eine düstere Prognose ab © Rüdiger Manig, DWD

Klima bis 2028 laut Deutscher Wetterdienst bis zu einem Grad zu warm

23.06.2022
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Die mittlere Temperatur der Jahre 2022 bis 2028 könnte in Deutschland etwa 0,5 bis 1,0 Grad zu warm ausfallen – verglichen mit dem vieljährigen Durchschnitt von 9,3 Grad Celsius (°C) der schon recht warmen Referenzperiode 1991-2020. Das ergeben neue dekadische Klimavorsagen, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Deutschland, Europa und auch weltweit berechnet hat.

Klimawandel wird Deutschland weiterhin prägen

„Unsere Analysen zeigen, dass der Klimawandel Deutschland auch in den kommenden Jahren deutlich prägen wird“, so Tobias Fuchs, Klima-Vorstand des nationalen Wetterdienstes. Der DWD hat auch die Trends für den Niederschlag berechnet und sagt für die Jahre bis 2028 meist trockenere Verhältnisse für Deutschland voraus – wieder verglichen mit dem Mittel des Zeitraum 1991-2020.

Auch der aktuelle Sommer 2022 dürfte zu warm ausfallen

Der Trend zu weiter ansteigenden Durchschnittstemperaturen zeige sich, so der DWD, auch in der aktuellen saisonalen Klimavorhersage für den gerade begonnenen meteorologischen Sommer 2022 (Juni-August) in Deutschland. Für alle Regionen Deutschlands wird ein Temperaturplus von bis zu einem Grad im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt von 17,6 °C des Zeitraums 1991-2020 prognostiziert. Zum Vergleich: Im Referenzzeitraum 1961-1990 lag die Mitteltemperatur im Sommer noch bei 16, 3 °C. Das saisonale Klimavorhersagesystem des DWD sagt für den Sommer 2022 normale bis trockenere Verhältnisse im Vergleich zum vieljährigen Mittel 1991-2020 voraus. Grundsätzlich sollte aber beachtet werden, dass Klimavorhersagen, vor allem beim Niederschlag, noch Unsicherheiten aufweisen. Diese Unsicherheiten quantifiziert der DWD mit Hilfe der Vorhersagegüte, die auch auf der Website dargestellt wird. Die Vorhersagequalität ist nicht mit einer Wettervorhersage für die kommenden Tage vergleichbar, deren Trefferquote bei über 90 Prozent liegt.

Grafiken: Klimaentwicklung in Deutschland

Unterschiede von Klimavorhersagen und Klimaprojektionen

Die aktuellen saisonalen und dekadischen Klimavorhersagen geben einen Einblick in die wahrscheinliche Entwicklung des Klimas mitsamt seiner Variabilität in den kommenden Monaten und Jahren. Klimaprojektionen bieten dagegen eine Abschätzung über die langfristige Klimaänderung zum Beispiel bis zum Jahr 2100. Dabei werden, anders als bei Klimavorhersagen, Änderungen von Monat zu Monat oder Jahr zu Jahr nicht mehr berücksichtigt, sondern ein vieljähriger Durchschnitt über 30 Jahren betrachtet. Damit sind Aussagen über die Klimaänderung bis zur Mitte oder gar bis zum Ende des Jahrhunderts stabiler, da sie weniger stark von einem möglichen "Ausreißerjahr" dominiert werden.


So beschreiben die Klimaprojektionen des DWD für Deutschland zum Beispiel für den Zeitraum 2031-2060 im Mittel ein Temperaturplus von 1,1 Grad (Klimaschutz-Szenario) bis 1,9 Grad (Weiter-wie-bisher-Szenario) – im Vergleich zum Mittel der Referenzperiode 1971-2000, das bei 8,6 °C lag. Bei allen Klimaprojektionen gilt grundsätzlich: Der vieljährige Temperaturtrend kann in einzelnen Jahren und Sommermonaten auch deutlich über- oder unterschritten werden.


Die Jahresmitteltemperatur der 5 Jahre 2022-2026 könnte in Deutschland etwa 0,5 bis 1,0 Grad wärmer als das vieljährige Mittel ausfallen. Für 2024-2028 wird deutschlandweit ein ähnliches Temperaturplus prognostiziert. In Süddeutschland zeigt die Punktgröße, dass die Güte des dekadischen Klimavorhersagesystems für die Temperatur höher ist als bei Abschätzungen der häufig alternativ genutzten langfristigen Klimaprojektionen. In den restlichen Regionen ist die Güte der dekadischen Klimavorhersagen vergleichbar zu derjenigen der Klimaprojektionen. Eine stets aktualisierte Grafik findet ihr auf den Internetseiten des DWD.


Die DWD Wahrscheinlichkeitsvorhersage für den Niederschlag in den nächsten Jahren sagt meist trockenere Verhältnisse für Deutschland voraus. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit für geringere Niederschläge in einigen nördlichen Regionen in den Zeiträumen 2022 bis 2026 und 2024 bis 2028 besonders hoch. Allerdings zeigt die Vorhersagegüte der Klimavorhersage, welche durch die Punktgröße dargestellt wird, dass nur in manchen Regionen die dekadischen Klimavorhersagen den (häufig alternativ genutzten) langfristigen Klimaprojektionen als Vorhersage für die Zukunft vorzuziehen sind.

Deutschland wird auch in den kommenden Jahren wärmer
Deutschland wird auch in den kommenden Jahren wärmer © DWD

Warmer Sommer 2022

Für alle Regionen Deutschlands wird vom DWD ein wärmerer Sommer (Juni-August) 2022 im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt des Zeitraums 1991-2020 prognostiziert, allerdings nur mit einer mittleren Vorhersagegüte. Erst zum frühen Herbst (August-Oktober) wird das saisonale Klimavorhersagesystems in allen Regionen, außer dem Süden, verlässlicher und prognostiziert um 0,5 bis 1,5 Grad höhere Temperaturen als im vieljährigen Mittel in Deutschland. Die Vorhersagegüte-Ampel der Klimavorhersage auf „grün“ weist darauf hin, dass die Güte des saisonalen Klimavorhersagesystems für Temperatur hoch ist und daher der Verwendung des vieljährigen Mittels der Beobachtungen als Abschätzung für die Zukunft vorzuziehen ist.


Für den Sommer 2022 sagt das saisonale Klimavorhersagesystem im Norden und Westen normale, im Süden und Osten trockenere Verhältnisse im Vergleich zum vieljährigen Mittel 1991-2020 voraus. Für den Spätsommer / Herbst sind trockenere Verhältnisse prognostiziert. Allerdings ist die Vorhersagegüte der Klimavorhersage in ganz Deutschland von mittlerer Qualität, d.h. gleichwertig mit der Verwendung des vieljährigen Mittels der Beobachtungen als Abschätzung für die Entwicklung im Juni bis Oktober.


Quelle: DWD

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