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Städtereise in den Alpen

Unsere Tipps für Norditalien

Im italienischen Alpenraum gibt es zahlreiche kleine und größere Städte, die mit schönen Gebäuden, interessanten Museen und beeindruckender Kultur locken. Wir stellen drei schöne Ziele für Städtetrips vor und geben Tipps, welche Sehenswürdigkeiten man bei einer Reise dorthin auf keinen Fall verpassen sollte.

Meran: Zu Gast in der Kurstadt

Meran war über Jahrhunderte die Tiroler Landeshauptstadt und hat sich noch viele Merkmale dieser Zeit erhalten. Herzstück der Stadt mit 38.000 Einwohnern ist die Altstadt mit Laubengasse, die sich gut zu Fuß erkunden lässt. Hier und in der Freiheitsstraße finden sich viele Traditionsbetriebe, in denen sich schöne Produkte ersteigen lassen. Einen guten Überblick über Meran erhält man vom Pulverturm, der Ausblick lohnt sich. Meran ist außerdem als Kurstadt bekannt, bereits Kaiserin Sisi war zwei Mal in der Stadt zu Gast und gab den Startschuss für größeres Besucheraufkommen. So ist Meran noch heute von den beiden Glanzzeiten im Mittelalter und in der Belle Epoque geprägt.

Blick auf einen Platz in Meran am Abend
Blick auf Meran © Frieder Blickle

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Meran

  • Die Gärten von Schloss Trautmannsdorf: Bereits 1300 entstand auf dem Gelände eine erste Burg, die durch Umbauten im 19. Jahrhundert zum Schloss wurde. Bekannt wurde das Schloss als Unterkunft für Kaiserin Sisi während ihres Kuraufenthalts. Die Gartenanlagen des Schlosses gehören zu den schönsten der Welt und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die 12 Hektar Fläche teilen sich in vier Gartenwelten auf: Waldgärten, Sonnengärten, Landschaften Südtirols und Wasser- und Terrassengärten zeigen Pflanzen aus aller Welt, außerdem gibt es elf Künstlerpavillions, Erlebnisstationen und einige Tiere. Der Eintritt kostet 13 Euro (inklusive Touriseum).
  • Das Tourismus-Museum Touriseum: Das Touriseum widmet sich der Frage, wie der Tourismus nach Tirol gekommen ist und wie sich Land und Leute dadurch verändert haben. Der Museumsrundgang ist interaktiv und führt unter anderem zur ersten Bahnlinie über den Brenner, der Eroberung der Berge und der Verbreitung des Automobils. Untergebracht ist das Museum in Schloss Trauttmansdorff, hier sind auch die Räume zugänglich, in denen Kaiserin Sisi während ihres Aufenthalts in Meran wohnte. Der Eintritt kostet 13 Euro (inklusive Gärten).
  • Die Landesfürstliche Burg: Im 15. Jahrhundert wurde die landesfürstliche Burg erbaut und diente dem Erzherzog als Stadtresidenz. Die Räume sind mit Möbeln, Küchengeräten, Instrumenten, Waffen und Portraits aus dem Spätmittelalter ausgestattet und geben einen Einblick in das Leben zur damaligen Zeit. Bereits 1880 wurde die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ist heute gegen einen Eintritt von 5 Euro zu besichtigen, außerdem kann in den Räumen auch standesamtlich geheiratet werden.
  • Altes und Neues Kurhaus: Das erste Kurhaus in Meran wurde 1874 eröffnet und entspricht dem heutigen Westflügel des Alten Kurshauses. Es ist eines der schönsten Bauten im Jugendstil mit seinem großen Festsaal und der Kuppel. Heute wird das Gebäude für kulturelle Veranstaltungen und Kongresse genutzt. Entspannt wird jetzt in der Therme Meran, die 2005 eröffnet hat. Das große Thermalbad bietet 25 Pools und acht Dampfbäder. Das Tagesticket für die Therme kostet 21 Euro.
  • Die Stadttore: Von den ursprünglichen vier Stadttoren sind noch drei erhalten: das Passeier Tor, das Vinschgauer Tor und das Bozner Tor. In der Nähe des Passeier Tors kann man noch Reste der alten Stadtmauer besichtigen, als schönste Tor gilt das Bozner mit seinem steilen Dach und den Wappen von Meran, Österreich und Tirol.

Unser besonderer Tipp: Straßenkunst für die ganze Familie

Jedes Jahr im Sommer findet in Meran das dreitägige Straßenkünstlerfestival "Asfaltart" statt, dann werden die Straßen im Zentrum der Stadt von Artisten, Tänzern, Jongleuren und Musikern bevölkert. Zum Festival kommen Künstler aus der ganzen Welt und zeigen bei unzähligen Auftritten ihr Können.

Bozen: Stadt an Etsch und Eisack

Bozen ist die Landeshauptstadt Südtirols und liegt am Zusammenfluss der beiden Flüsse Etsch und Eisack. Das Herzstück der zweisprachigen Stadt ist das mittelalterliche Zentrum mit seinen Lauben, in denen sich Geschäfte und Lokale befinden. Die Altstadt besteht aus einem bunten Mix aus Bauelementen verschiedener Stilrichtungen. Der zentrale Platz von Bozen ist der Waltherplatz mit dem Denkmal für den Minnesänger Walther von der Vogelweide.

Dr. Streitergasse in Bozen
Dr. Streitergasse in Bozen © Südtirol Marketing / Andree Kaiser

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Bozen

  • Der Bozner Dom Maria Himmelfahrt: Im Jahr 1517 wurde der Bau der heutigen Kirche im spätgotischen Stil abgeschlossen, an der Stelle stand bereits vorher eine Pfarrkirche. Der Dom wurde im zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, aber wieder aufgebaut. Im Inneren sind einige Fresken und Seitenaltäre zu sehen, die die Zerstörung überlebt haben. Außerdem wird ein historisches Herz-Jesu-Bild im Dom aufbewahrt, das Teil der alljährlichen Herz-Jesu-Prozession ist, und verschiedene Reliquien und der Domschatz sind in der Kirche ausgestellt.
  • Das Südtiroler Archäologiemuseum: Berühmt ist das Museum vor allem als Ausstellungsort der Gletschermumie "Ötzi", daneben hat das Museum aber noch weitere interessante Exponate zu bieten. Gezeigt werden Funde von der Altsteinzeit bis zur Karolingerzeit, sie geben Einblick in das Leben im Alpenraum zu dieser Zeit. Ergänzend zur Dauerausstellung gibt es wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen. Untergebracht ist das Museum im ehemaligen Sitz der Österreichischen (k.k) Nationalbank. Der Eintritt in das Museum kostet 9 Euro.
  • Das Schloss Sigmundskron mit Messner Mountain Museum: In der Festungsanlage aus dem Spätmittelalter ist seit 2006 der Hauptsitz des Museumsprojekts Messner Mountain Museum untergebracht. Auf 1.100 m² wird die Geschichte und Kunst des Bergsteigens und seine Auswirkungen auf die Natur gezeigt. Außerdem gibt es eine separate Ausstellung zur Burggeschichte. Der Eintritt kostet 10 Euro.
  • Das Schloss Runkelstein: Die Burg aus dem Mittelalter ist vor allem wegen ihres Freskenzyklus bekannt, der um die Jahrhundertwende vom 14. ins 15. Jahrhundert entstand. Gezeigt werden höfische und biblische Szenen, außerdem Gestalten aus der Antike, Könige und aus Sagen. Neben der normalen Burgbesichtigung gibt es wechselnde Sonderausstellungen zu verschiedenen Themen. Die Burg liegt zwar oberhalb von Bozen auf einem Felsen, kann aber innerhalb eines halbstündigen Fußwegs erreicht werden. Erwachsene zahlen für den Eintritt 8 Euro, jeden Tag um 15 Uhr findet eine kostenlose Führung auf Deutsch statt.
  • Das Museion: Das Museion ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst und zeigt Themenausstellungen aus seinem Bestand von 4.500 Werken. Außerdem gibt es regelmäßig Sonderausstellungen mit Künstlern aus aller Welt. Eine Besonderheit ist die Außenfassade des 2000 erbauten Gebäudes: Hier wird im Sommer per Projektion Videokunst für alle gezeigt. Der Eintritt in das Museum kostet 7 Euro.

Unser besonderer Tipp: Essen im traditionsreichen Gasthaus

Mitten in der Bozener Altstadt (Goethestraße 3) liegt das Restaurant Vögele, eines der traditionsreichsten Häuser am Platz. Hier kann man typisch Bozener Gerichte probieren wie Speck- oder Käseknödel, Wirthaus Brettl, Kalbskopf oder Gröstl. Gegessen wird in einer der sieben Stuben des Restaurants, die jede ihren eigenen Charme hat: Biedermeierstube, Rosenzimmer, Goethestube, Kamaunstube, Gewölbestube, Tapetenzimmer und Stafflerzimmer.

Como: Mediterranes Flair am Comer See

Am gleichnamigen See liegt die Stadt Como in der Lombardei. Rund 85.000 Einwohner leben in Como mit seinem historischen Stadtkern, der sich um den Dom, die Basilica di San Fedele und Sant'Abbondio erstreckt. Umrandet ist die Altstadt von der antiken Stadtmauer. Ein Höhepunkt der mittelalterlichen Bebauung Comos ist das Broletto, ein Rathaus aus dem 13. Jahrhundert. An der Seepromenade steht ein Denkmal für den berühmtesten Sohn der Stadt: Das Tempio Voltiano widmet sich dem Leben und Schaffen des Physikers Alessandro Volta.

Blick auf den Dom und die Altstadt von Como
Blick auf Dom und Altstadt © Thommy Weiss / pixelio.de

Die Top 5-Sehenswürdigkeiten in Como

  • Der Dom zu Como: Über dreieinhalb Jahrhunderte erstreckte sich der Bau des Doms von Como, begonnen wurde im Jahr 1396. Somit ist der Dom die letzte Kathedrale in der Lombardei, die im gotischen Stil erbaut wurde. Im Inneren des Doms finden sich zahlreiche Kunstwerke, darunter mehrere Altäre, Wandteppiche und Buntglasfenster.
  • Die Villa Olmo: Die Villa ist ein Paradebeispiel für einen Bau im klassizistischen Stil, bereits Napoleon verweilte hier. Im Inneren der Villa gibt es zahlreiche prunkvolle Räume zu sehen, die mit Stuck, Goldverzierungen und Fresken ausgestattet sind. Besonders sehenswert ist das Teatrino, ein kleines Theater. In einem Teil der Villa werden regelmäßig Kunstausstellungen veranstaltet. Zum Gebäude gehört ein englischer Landschaftspark mit einem kleinen Tempel, Bach und Brunnen.
  • Das Museo Archeologico: In den 17 Ausstellungsräumen des Archäologischen Museums in Como werden zahlreiche Ausstellungsstücke aus vorrömischer, römischer und ägyptischer Zeit gezeigt. Zu sehen sind unter anderem Bronzefunde, Vasen, Figuren und Mosaike. Außerdem gibt es eine Abteilung zur jüngeren italienischen Geschichte der Region. Der Eintritt in das Museum kostet 4 Euro, jeden 1. Sonntag im Monat ist der Eintritt kostenlos.
  • Die Funicolare nach Brunate: Die Standseilbahn verbindet Como mit dem Dörfchen Brunate. Bereits seit 1894 verkehrt die Bahn, in den ersten Jahrzehnten wurde sie mit Dampf betrieben, heute elektrisch. Die Streckenlänge beträgt etwas über einem Kilometer. Brunate ist ein hübsches Dorf, das einen Besuch wert ist, wer gut zu Fuß unterwegs ist, kann einen Abstecher zum Leuchtturm Alessandro Volta machen. Von der Turmspitze hat man einen tollen Blick über den Comer See.
  • Das Seide-Museum: Como ist eine traditionelle Seidenstadt: Seit dem 18. Jahrhundert wird hier Seide hergestellt und verarbeitet. Das "Museu didattico della Seta di Como" widmet sich ganz diesem Thema. Maschinen veranschaulichen die Verarbeitung des Stoffes und man lernt außerdem, wie man mit Hilfe der Seidenraupen Seide gewinnt. Der Eintritt in das Museum kostet 10 Euro.

Unser besonderer Tipp: Zu Ostern nach Como

Rund um die Osterfeiertage wird jedes Jahr der große Ostermarkt "Fiera del Giovedi Santo" im Stadtzentrum von Como veranstaltet. Zahlreiche Marktstände tummeln sich in der Viale Varese, auf der Piazza Cacciatore delle Alpi und rund um den Torre Porta Nuova. Neben zahlreichen regionalen Produkten, Lebensmitteln und Kunsthandwerk kann man auf dem Markt die traditionelle "colomba" kaufen, ein Hefegebäck in Form einer Taube.